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Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?

26.06.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

An einem Tag, da das Thermometer fast auf 40 Grad Celsius klettert, trällere ich ein altes Lied von Rudi Carrell. „Zu viel Sonne abgekriegt!“, denken Sie vielleicht. Klar, der meteorologische Sommer hat uns fest im Griff, aber auf eine vertraute Sommererscheinung müssen wir wohl auch dieses Jahr verzichten: das politische Sommerloch.
 
Bis vor wenigen Jahren gehörte der Sommer nicht den A- oder B-, sondern den Z-Promis in der Berliner (und früher der Bonner) Politik. Hinterbänkler im Bundestag, deren Namen wir noch nie gehört hatten, taten ihre Meinung kund oder forderten etwas. Das tun sie zwar auch den Rest des Jahres, aber in den Medien fanden sie nur im nachrichtendürren Sommer, als die wichtigen Geister fehlten, statt.
 
2017 fiel das Sommerloch wegen der Bundestagswahl im September aus. 2018 keifte der damalige CSU-Vorsitzende Horst Seehofer, damals noch ein A-Promi, gegen die Asylpolitik der Bundeskanzlerin. Auch dieses Jahr wird der Sommer wohl munter bleiben, denn im September und Oktober stehen drei Landtagswahlen an. Die SPD sucht in ungewohnter Öffentlichkeit eine neue Spitze und in der Union ist die Debatte um die nächste Kanzlerkandidatin bzw. den Kanzlerkandidaten längst entbrannt.
 
Es ist müßig, sich eine politische Sommerruhe für Berlin zu wünschen. Politische Umbrüche machen keine Ferien – im Zeitalter der „Sozialen Netzwerke“ schon gar nicht.

Martin Rupps
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