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Maulkorb für Politik-Rentner!

13.06.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Der frühere SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat am Mittwoch in der Talksendung „Maischberger. Die Woche“ geweissagt, dass die Große Koalition noch vor Weihnachten platzt. Außerdem solle Kevin Kühnert frühestens in zehn Jahren SPD-Vorsitzender werden.
 
Es grämt mich, hier über Steinbrücks Äußerungen zu schreiben, denn der Mann übt kein politisch bedeutendes Amt mehr aus. Allerdings ist Steinbrück ein typisches Beispiel, wie Politik-Rentner in Deutschland auf prominenten Bühnen ungebremst losschwadronieren dürfen. Besonders in Übergangszeiten, wenn das aktuelle politische Spitzenpersonal wackelt, erheben sich Polit-Rentner aller Parteien aus ihren Lehnstühlen und erklären die Welt.
 
Mit welchem Recht eigentlich? Natürlich kennen sie den Politikbetrieb und seine Protagonisten. Aber sie sind Jahre, zum Teil Jahrzehnte aus dem Geschäft raus. Der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi zum Beispiel wäre ein klasse Kandidat für ein Zeitzeugen-Gespräch. In eine Talkshow über die SPD-Krise gehört er aber nicht.
 
Kein Wirtschaftsforum, keine Kommission von Wissenschaftlern beruft Frauen und Männer, die ihrem Tagwerk schon lange nicht mehr nachgehen, zu einem Expertengespräch. Aber zur Belehrung der Öffentlichkeit sollen Steinbrück und Co. gerade recht sein? Beim nächsten „Steinbrück“ schalte ich weg!

Martin Rupps
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