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Kevin Kühnert – Studienabbrecher, Gelegenheitsarbeiter

07.06.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Auf dem Karussell der Frauen und Männer, die künftig die SPD führen könnten, sitzt auch der demnächst 30-jährige Vorsitzende der Jungsozialisten, Kevin Kühnert. Ich ertappe mich dabei, den Mann an ein paar Kriterien für diese verantwortungsvolle Aufgabe zu messen: Was hat er „gelernt“, wie die Schwaben sagen, und was bisher beruflich gearbeitet?
 
Kevin Kühnert ist ehemaliger Schülersprecher, Absolvent eines Freiwilligen Sozialen Jahres, Studienabbrecher, mehrjähriger Mitarbeiter eines Callcenters und aktuell Mitarbeiter einer Abgeordneten im Abgeordnetenhaus von Berlin. Und Unterbrecher eines zweiten Studiums. Nach meinem Eindruck hat der Juso-Chef seine Bildungsjahre ein bisschen verbummelt und dabei kein Projekt zu Ende gebracht.
 
Aber vielleicht tue ich dem Mann Unrecht, weil meine Maßstäbe nicht mehr die zeitgemäßen sind. Die Vorbildung war einmal für die Übernahme einer Aufgabe wichtig. Offenbar ist sie nur noch eines von mehreren Kriterien – und nicht das wichtigste.
 
Natürlich, es gibt die intellektuellen Überflieger, die ohne ein Studium zu beenden in atemberaubender Geschwindigkeit ganz nach oben schießen. Der knapp 33jährige Sebastian Kurz zum Beispiel, bis Ende Mai österreichischer Bundeskanzler, hat sein Jura-Studium nie abgeschlossen. Aber Kurz ist ein politisches Wunderkind, so wie es auf vielen Feldern Wunderkinder gibt.
 
Gern würde ich Kevin Kühnert einmal in einer Talkshow „Wunderkind“ nennen!

Martin Rupps
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