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Nutella im Kühlschrank? Darf die Polizei wissen!

05.06.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Die Innenminister der Länder werden in der kommenden Woche die Frage diskutieren, ob die Polizei sogenannte Smart Home-Daten abgreifen und für ihre Ermittlungen nutzen darf. Smart Home-Daten entstehen, wenn etwa Haushaltsgeräte oder Fernseher mit dem Internet verbunden sind. Als besonders fleißige Datensammler gelten Sprachassistenten wie „Alexa“. Auch darauf sollen Ermittler zugreifen dürfen.
 
Falls sich die Innenminister dazu entschließen, werden Datenschützer in Bund und Ländern laut aufschreien. Auf Lauschangriffe jeder Art reagieren sie allergisch bis hysterisch. Schon wieder schafft der Gesetzgeber eine Möglichkeit, unser Leben auszukundschaften bis in das Schlafzimmer hinein!
 
Natürlich, die Gefahr von Missbrauch besteht. Auch bei Ermittlungsbehörden kann es die sprichwörtlich falschen Hände geben, in die unsere Daten gelangen. Dieser Gefahr steht die – aus meiner Sicht viel wichtigere – Chance gegenüber, mehr Kapitalverbrechen aufzuklären und terroristische Bedrohungslagen früh zu erkennen.
 
Datenschützer werden fürs Datenschützen bezahlt, doch ihre Bedenken gehen häufig an der Wirklichkeit vorbei. Wer sich einen Sprachassistenten kauft, weiß, dass er sein Leben ins Schaufenster stellt. Wer überhaupt nur ein Handy besitzt, gibt Daten von sich preis, rund um die Uhr.
 
Soll die Polizei doch unsere Daten kriegen. Wer nichts ausgefressen hat, kann locker bleiben!
 

Martin Rupps
Multimediale Chefredaktion

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