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Deutschland fällt den Grünen in den Schoß

03.06.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Nach diesem Wochenende steht für mich fest, dass die Deutschen in diesem Jahr einen neuen Bundestag wählen. Ich halte auch das politische Schicksal von Annegret Kramp-Karrenbauer für besiegelt. Hinter ihren abfälligen Bemerkungen über YouTuber kann sie nicht zurück. Gut möglich, dass die Union an AKK als Parteivorsitzende festhält, aber eine andere Kanzlerkandidatin bzw. -kandidaten aufstellt. Auch in der Union kommen gerade Traditionen ins Rutschen. Ich halte es allerdings für wahrscheinlich, dass der Wähler die Grünen zur stärksten Fraktion im Bundestag und damit zur Kanzlerpartei machen wird.

Ich sehe eine Analogie zu den Bundestagswahlen 1998. Damals haben Unentschiedene im Zweifel Gerhard Schröder (SPD) oder Joschka Fischer (Grüne) gewählt, um den damaligen Kanzler Helmut Kohl (CDU) los zu sein. Vergleichbar mit dem Schröder-/Fischer-Effekt könnte es diesmal einen Habeck-Effekt geben mit dem Ziel, politisch neue Verhältnisse zu schaffen. Ungefähr nach dem Motto: „Soll doch der Habeck seine Chance kriegen. Vielleicht macht er es ja besser als die anderen.“

Wahlforscher sprechen in einem solchen Fall von einer Wechselstimmung. Die Sehnsucht nach Veränderung lässt über Zweifel an Personen und Parteien hinwegsehen.

Die Regierungszeit Schröder/Fischer verlief mit vielen Minister-Rücktritten und -Rauswürfen ziemlich stürmisch. Auch mit einem Bundeskanzler Robert Habeck dürfte wieder ein Sturm aufziehen, muss er doch hehre Ziele zu konkreter Politik machen. Aber was soll’s? Mit Berliner Chaos-Tagen hat uns die Große Koalition zuletzt bestens vertraut gemacht.

Martin Rupps
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