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Essen mit Menschenverstand

31.05.2019, von

 
Alexander Drechsel

Alexander Drechsel meint … (Foto: SWR)

Lebensmittel sind in Deutschland verhältnismäßig günstig – die „Shoppingtouristen“ aus der Schweiz und Frankreich, die mit prall gefüllten Supermarkt-Taschen zurück nach Hause fahren, sind ein sichtbarer Beweis. Nur wir scheinen diesen Luxus nicht mehr zu schätzen.

Wie sonst lässt sich erklären, dass jeder von uns im Jahr durchschnittlich etwa 85 Kilogramm Lebensmittel in den Müll wirft? Es tut halt vielen nicht im Geldbeutel weh, wenn der angeditschte Apfel in den Müll fliegt. Zugegeben, fast die Hälfte dieses „Mülls“ stammt aus Geschäften und Gastronomie – aber häufig ist die weggeworfene Ware weit weg von ungenießbar.

Das wissen die Menschen, die aus den Abfallcontainern von Supermärkten und Restaurants unverdorbene Ware fischen. Das Irrsinnige dabei ist, dass dieses „Containern“ als Diebstahl unter Strafe steht. Richtigerweise will das Land Hamburg das nun mit einer Gesetzesinitiative beenden.

Aus meiner Sicht ist aber schon vorher vieles schiefgelaufen, wenn genießbare Lebensmittel im Müll landen. Dass es anders geht, zeigen landauf landab die Tafeln, die aussortierte Lebensmittel an Bedürftige verteilen. Und zu Hause muss der Joghurt nicht zwingend weggeworfen werden, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Ich bin jedenfalls bislang nicht beim Essen eines bereits abgelaufenen Joghurts tot umgefallen.

Alexander Drechsel

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