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Kandidatin Eisenmann? Auf zur Ü50-Party!

28.05.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Der baden-württembergische CDU-Vorsitzende Thomas Strobl hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021 vorgeschlagen. Stobl sagte, er wolle der CDU „quälende Entscheidungsprozesse“ ersparen.

Das hat er auch – nicht zuletzt zu seinem bestmöglichen Vorteil. Er bleibt wahrscheinlich Parteichef, Innenminister und Vize-Ministerpräsident. Susanne Eisenmann bleibt Kultusministerin. Wenn Winfried Kretschmann 2021 noch einmal antritt, hat er beim aktuellen Höhenflug der Grünen und seiner persönlichen Popularität beste Erfolgsaussichten. Dann bildet er vielleicht wieder eine Große Koalition – am bequemsten mit Thomas Strobl und Susanne Eisenmann.
 
Blöd nur, dass auch die Landes-CDU „ein Jugendproblem“ hat, wie sogar ihr Vorsitzender einräumt. Bei der Europawahl wählten in Baden-Württemberg 20 Prozent der 18- bis 24-Jährigen weniger die CDU als vor fünf Jahren. Bei den 25- bis 34-Jährigen betrug der Rückgang 15, bei den 35- bis 44-Jährigen 13 Prozent. Ich habe große Zweifel, ob das Doppelpack Strobl/Eisenmann diese Entwicklung umkehren kann.
 
Die baden-württembergische CDU hat eine Personalentscheidung getroffen, als habe es den massiven Wählerschwund in Bund und Land nicht gegeben. Ihre Wahlkampf 2021 dürfte eine Ü50-Party für Ü50-Wähler werden. Aber wenigsten Frau Eisenmann und Herrn Strobl bleiben „quälende Entscheidungsprozesse“ erspart!

Martin Rupps
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