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Audi TT – der VW Käfer von morgen

23.05.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Auf der Audi-Hauptversammlung am Donnerstag in Neckarsulm verkündete Vorstandschef Bram Schot das Produktionsende des Audi TT. Ein weiterer Sportwagen, der R8, könnte ebenfalls ohne Nachfolger bleiben. Audis Werke sind nicht ausgelastet und man braucht Produktionsflächen für E-Autos.
 
Es ist ein weiterer Akt, bei dem ein schöner Benziner zugunsten der E-Technik aufs Altenteil muss. Bereits vorher hatte Opel angekündigt, die Modelle Adam und Cascada auslaufen zu lassen. Von weiteren Autobauern dürfte man bald Vergleichbares hören.
 
Da stirbt nicht nur der Audi TT einen langsamen Tod, ein ganzes Zeitalter tritt ab. Das Auto war und ist für viele etwas Schönes und Wichtiges im Leben, ein Teil ihrer Identität. Das gilt nicht nur für TT- oder Adam-Fahrer, sondern auch für Zeitgenossen, die im Auto nicht mehr sehen als einen fahrbaren Untersatz.
 
Natürlich, auch E-Autos können sexy aussehen und Identität stiften. Der große Tesla zum Beispiel, weil er wie ein Benziner aussieht. Doch viele, vor allem kleine E-Autos brechen mit der Ästhetik des Benzinzeitalters. Ihre Ästhetik soll für Zukunft stehen – für mich eine hässlich anmutende Zukunft.
 
Ich frage mich, was Männer lieben wenn nicht mehr den Sound eines TT oder Frauen den LED-Himmel im Adam. Aber vielleicht stirbt dieses Bedürfnis mit der Generation, die solche Autos gefahren hat. Demnächst ist der TT in Technik und Optik ein Oldtimer wie der VW Käfer.

Martin Rupps
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