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Sein Gegenspieler war der Tod

21.05.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Wer mit 70 stirbt, stirbt nicht jung. Das gilt besonders für Niki Lauda. Der österreichische Rennfahrer und Airline-Besitzer hatte ein langes Leben, gemessen an seinen vielen Verabredungen mit dem Tod.
 
Rennfahrer wollen schneller sein als alle anderen, Fluglinien-Betreiber die Konkurrenz ganz wörtlich überflügeln. Niki Lauda suchte ein Leben am Limit, in welcher Rolle auch immer. Grenzerfahrungen – bei Vollgas im Rennauto oder als Geschäftsmann, der gegen einen Weltkonzern prozessierte – gehörten zu Laudas Leben wie Essen und Schlafen.
 
Niki Lauda war zu sich selbst kalt und brutal. Ein Genie der Widerstandskraft und Disziplin. 42 Tage nach seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring 1976 saß er in Monza wieder im Rennwagen. Niki Lauda wusste, er musste sich mit seiner Angst konfrontieren, dann war sie besiegt.
 
Sein vom Unfall gezeichnetes Gesicht und seine kühle Kommentierung von Formel 1-Rennen ließen Niki Lauda wie einen Alien erscheinen. Als einen, der von einer anderen Welt kommt oder eine solche gesehen hat. In dieser anderen Welt wohnt der Tod. Immer wieder gewann er den Kampf mit dem größten und stärksten Gegenspieler des Lebens. Bis Montag.

Martin Rupps
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