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Unnötige Panik in Konstanz!

03.05.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Der Konstanzer Gemeinderat hat für die Stadt am Bodensee den Klimanotstand ausgerufen. Die Entscheidung fiel einstimmig. Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) hatte eine Anregung der „Fridays for Future“-Ortsgruppe zur Beschlussvorlage gemacht.
 
Ein Notstand? Geht’s nicht eine Nummer kleiner? In Not sind Flüchtlinge auf mickrigen Booten im Mittelmeer. Oder der Notfall-Patient, dessen Leben am seidenen Faden hängt. Herr Burchardt und die Mitglieder seines Gemeinderats erfreuen sich zum Glück guter Gesundheit und können es sich abends am Ufer des Bodensees gemütlich machen. Seit Donnerstagabend sogar mit einem besonders guten Gewissen, denn gemeinsam haben sie die Stadt zum Vorbildort für Klimaschutz erklärt. Endlich fällt Konstanz in einem Atemzug mit Basel, Vancouver und London!
 
Mich erinnert das neue Etikett an die frühere Mode, als sich Orte zu atomwaffenfreien Zonen erklärten. Doch weder die Existenz von Atomwaffen noch das Weltklima lassen sich auf lokaler Ebene beeinflussen. Was als so gemeinsinnig daherkommt, hat vielmehr ein egoistisches Motiv: „Wir wollen es nicht gewesen sein!“, lautet der Botschaft aus dem Konstanzer Gemeinderat.
 
Natürlich, auch regionale Initiativen stärken das Bewusstsein für den Klimaschutz. Aber Begriffe wie „Notstand“ bilden nicht die Wirklichkeit ab. Sie entstammen den Köpfen von Leuten, die sich selbst in Panik versetzen wie einst die Mitglieder der sogenannten Friedensbewegung.

Martin Rupps
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