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Airbnb hat mit Wohnungsnot nichts zu tun

16.04.2019, von

Alexander Drechsel

Alexander Drechsel meint … (Foto: SWR)

Vermietungen über Airbnb kosten Wohnraum. Dass die rot-gelbe Landesregierung in Mainz offenbar an diese Mär glaubt, stößt bei Alexander Drechsel auf Unverständnis.

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz will etwas gegen Wohnungsnot untenehmen – heraus komm aber politischer Aktionismus. In Mainz liegt ein Gesetzentwurf auf dem Tisch, der die Beschränkung von Vermietungen durch Online-Portale ermöglichen soll. Das steigende Angebot von Plattformen wie beispielsweise Airbnb entziehe dem Markt dauerhaft Wohnungen, heißt es zur Begründung.

Wer glaubt, weniger Airbnb-Angebote hätten mehr bezahlbaren Wohnraum zur Folge, wartet kommenden Sonntag auch auf den Osterhasen. Keine Studie belegt, dass in Deutschland durch Airbnb und vergleichbare Portale Mietwohnungen in einer Zahl verloren gehen, die den Markt beeinflusst.

Aktionismus zum Schaden “kleiner Leute”

Ganz im Gegenteil. Die Stadt Stuttgart kam beispielsweise nach einer Untersuchung zu dem Ergebnis: Die meisten Airbnb-Angebote seien Kurzzeitvermietungen, die ansonsten vom Gastgeber selbst bewohnt werden. Und die Uni in Mainz stellte fest, dass viele Mieter steigende Mieten nur mit zeitweiligen Untervermietungen noch stemmen können.

So betrachtet, schaden Regulierungen des sogenannten Home-Sharing-Markts Menschen mit wenig Geld. Profiteur von weniger privaten Kurzzeitvermietungen ist nur die Hotelbranche.

In Deutschland werden in den kommenden Jahren geschätzt bis zu 380.000 Wohnungen fehlen. Schuld daran ist eine verfehlte Wohnungsbaupolitik und nicht Airbnb.

Alexander Drechsel
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