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Macht die Landgasthöfe attraktiv

15.04.2019, von

Alexander Drechsel

Alexander Drechsel meint … (Foto: SWR)

Burger-Läden, hawaiianische Poke Bowls und Foodcourts – Essen gehört zum Lifestyle. Gefühlt macht dauerend an jeder Ecke in unseren Städten ein neues Restaurant mit außergewöhnlichen Speisen oder Biersorten aus aller Welt auf. Auf dem Land sieht das ganz anders aus. Wer an den anstehenden Ostertagen beispielsweise einen Ausflug entlang der Schwarzwaldhochstraße oder des Mittelrheins macht, entdeckt viele seit langem geschlossene Landgasthöfe. 

Dass es der Gastronomie auf dem Land immer schlechter geht, hat auch der Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg bemerkt und verlangt Überlebenshilfe von der Politik. Ein Investitionsprogramm für Gasthöfe und eine niedrigere Mehrwertsteuer, seien die Lösung.

Falsch! Landgasthöfe müssen fast immer mit dem Auto angesteuert werden und das in einer gehetzten Gesellschaft. Wer einen weiten Weg von seinen Gästen verlangt, muss mit weitaus mehr locken als mit Hirschbraten an Knödeln, kredenzt im Ambiente eines 80er-Jahre-Interiors. Billiges Geld vom Staat verlängert dieses Siechtum nur.

Kreativität und Erlebniswelten machen Lust, auch weitere Wege auf sich zu nehmen. Wenn die Gäste nicht gucken, welche Gasthöfe nah an ihrem Ausflugziel liegen, sondern welcher Gasthof selbst ein Ziel ist, dann hat auch der symbolische “Zum Hirschen” eine Chance.

Alexander Drechsel
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