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5G: Schneller, besser – teurer!

19.03.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Am Dienstag hat die Versteigerung von 5G-Frequenzen begonnen. SWR Aktuellund SWR3 erklären, was es damit auf sich hat. Vier Mobilfunk-Firmen bieten in einer ehemaligen Kaserne in Mainz um die nächste, schnellere, qualitativ bessere Mobilfunkgeneration. 5G verspricht Handy-Empfang im Fußballstadion, auf der Schwäbischen Alb und in der Silvesternacht. Ohne 5G würden wohl selbstfahrende Autos und ferngesteuerte Medizinroboter nicht massenhaft funktionieren können.
 
Trotzdem empfinde ich den ersten Auktionstag nicht als Jubeltag. Die Zeche für diesen technischen Quantensprung zahlen – wie immer – die Verbraucher. Die Mobilfunk-Konzerne wollen das investierte Geld natürlich wiederhaben. Der Staat bekommt Milliarden, die er angeblich in den Netzausbau stecken will, aufs Silbertablett gelegt. Es sind unsere Milliarden, die wir in den nächsten Jahren für superteure Handys und Handyverträge zahlen dürfen.
 
Vielleicht klingt das jetzt wie pauschale Kapitalismuskritik. Tatsächlich haben wir kaum eine Wahl, ob wir 5G mitgehen oder nicht. Früher oder später wird unser „altes“ Handy nicht mehr funktionieren. Wir blechen für einen Standard, von dem wir ein bisschen mehr Komfort erwarten dürfen, aber die tatsächlichen Nutznießer werden Staat und Unternehmen sein.
 
Glücklich ist, wer beim Kauf eines 5G-Handys über die Hintergründe und den hohen Preis hinwegsehen kann – und sich einfach nur freut, das im Augenblick modernste Handynetz nutzen zu können.

Martin Rupps
Multimediale Chefredaktion

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