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Menschlichkeit statt Paragraphenreiterei

05.02.2019, von

Jana Lange

Jana Lange meint … (Foto: SWR)

Die Geschichte hätte das Zeug zum (Winter-)Märchen: Als zwei Obdachlose ihr Winterquartier unter einer Brücke in Ludwigshafen räumen müssen, hilft Rentnerin Babara Buhl unkompliziert und schenkt ihnen kurzerhand ihren Wohnwagen. Dieser steht seit vierzig Jahren auf einem Campingplatz in Waldsee im Rhein-Pfalz-Kreis. Jetzt haben es die Obdachlosen warm und damit besser. Ende gut, alles gut.
 
Doch da kommt wie in jedem Märchen die „böse Hexe“ in Gestalt der für den Campingplatz zuständigen Kreisverwaltung ins Spiel. Sie will, dass die beiden Männer aus dem Wohnwagen wieder ausziehen, schließlich dürfe man da nicht dauerhaft wohnen. Die Verwaltung befürchtet offenbar den Ansturm weiterer Obdachloser. Ein Ghetto könne sich bilden, sagte Landrat Clemens Körner (CDU) dem SWR. Und weiter: „Für die große Lösung der Obdachlosigkeit wäre das Campinggebiet nicht das Richtige. Das wäre falsch.“
 
Ja richtig, aber es erwartet auch niemand, dass die Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises (Werbeslogan: „Da sprießt die Vorderpfalz“) das globale Problem der Obdachlosigkeit löst. Die Rentnerin Barbara Buhl hat unbürokratisch und lebensnah Hilfe geleistet. Es ist Winter, es ist kalt und zwei Menschen haben es jetzt warm. Danke dafür, Frau Buhl! Oder um mit den Worten des Leiters der Berliner Bahnhofsmission, Dieter Puhl, zu sprechen: „Menschen brauchen Menschen.“ Und Verwaltungen offenbar ihre Paragrafen. 

Jana Lange
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Kommentare zu „Menschlichkeit statt Paragraphenreiterei“

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  1. Minski Bruno
    schreibt am 8. Juni 2020 0:55 :

    Menschen helfen Menschen, aber unsere Behörden nicht weil unser Pharagrapen Reiter, kostet
    es nur ein LÄCHELN und uns die Existens
    Es muss ein kleines Haüschen abgerissen werden,weil das Bauamt keine Baugenehmigung findet
    und ich keine nachweisen kann.
    Es wurde mir eine an und umbau Genehmigung erteilt jedoch war mein FEHLER das ich nicht nur
    den Anbau sondern ab Keller neu aufbaute,ohne eine zusätzliche Genehmigung einzuholen
    habe ein neuen Bauantrag gestellt der abgelehnt wurde,bin zu Gericht und es wurde für die Behörde entschieden bin in berufung gegangen zum
    OVG.da wurde die BERUFUNG nicht angenommen allso abreißen.WO Bleibt unsere Meschlichkeit
    Mit freundlichem Gruß

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