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Vorboten einer Revolution

26.07.2017, von

Martin Rupps meint...

Martin Rupps meint… (Foto: SWR)

„Der Diesel ist nicht mehr zu retten“, schreibt Stephan Ueberbach weiter oben. Er hat, was die Fakten angeht, recht. Aber wenn ich mir eine Wirklichkeit wünschen darf, halte ich es mit der Bundeskanzlerin, die der Motorentechnik noch ein paar Produktionsjahre gibt.

Mein Vater hat sein Berufsleben lang Opels verkauft. Wenn seine Zahlen mal nicht so gut waren, fiel für die fünfköpfige Familie der Sommerurlaub aus. Noch heute geht es Millionen von Deutschen so. Die Autobauer sind für Deutschlands Wohl und Wehe so wichtig wie die Banken.

Der Verkehrsinfarkt mit verstopften Straßen und ewigen Staus ist längst da. Gleichzeitig sichern Benzinmotoren bis auf weiteres Arbeitsplätze. Dieses Dilemma wird die deutsche Politik die nächsten zwanzig Jahre beschäftigen. Es wird zu einem erbitterten Streit aller mit allen führen. Das schlechte Krisenmanagement der Autobauer und das derzeitige Schwarze Peter-Spiel der Politik sind Vorboten davon.

Frühere industrielle Umbrüche in diesem Jahrhundert, zuletzt die digitale Revolution, werden ein Klacks sein gegenüber dieser Aufgabe.

Es ist ein Wahnsinn, dass heute dicke SUVs vom Band laufen mit einem technischen Verfallsdatum von wenigen Jahren. Es ist ein Wahnsinn, ihre Produktion einzustellen, so lange so viele Menschen davon wirtschaftlich sind.

Martin Rupps
Chefredaktion Nachrichten und Distribution

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