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Das Internet ist Teil unserer Wirklichkeit

25.07.2017, von

Jana Lange meint ...

Jana Lange meint … (Foto: SWR)

Die Jugendstiftung Baden-Württemberg hat eine Online-Meldestelle für Hasskommentare im Internet eingerichtet. Sie soll Beiträge auf strafrechtliche Relevanz hin prüfen. Ziel ist, die Betreiber von Internetseiten dazu zu bewegen, entsprechende Beiträge zu löschen.

Die Initiative der Jugendstiftung ist richtig und wichtig, weil sie Opfer von Hasskommentaren nicht alleine lässt. Gerade junge Nutzer finden so leichter Hilfe. Welcher Jugendliche zeigt schon von sich aus etwas bei der Polizei an? Aber auch für die meisten anderen Nutzer dürfte gelten: Wer weiß schon, wie er sich gegen Hasskommentare wehren kann? Da braucht es eine professionelle Unterstützung.

Mit Denunziantentum oder Einschränkung der Meinungsfreiheit, wie es in manchem Nutzerkommentaren wie hier zu lesen ist, hat die Initiative nichts zu tun. Hasskommentare sind eine Form von Gewalt. „Merkel verrecke“, „Ihr gehört an die Wand gestellt“ oder „Gaskammern wieder öffnen“ berühren die Menschenwürde und das Persönlichkeitsrecht und beides ist ebenfalls vom Grundgesetz geschützt.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, in dem es keine Strafverfolgung gibt. Wer im Internet beleidigt, droht, verleumdet und hetzt muss mit (strafrechtlichen) Konsequenzen rechnen – so wie im wirklichen Leben auch.

Jana Lange
Chefredaktion Nachrichten und Distribution

Sie sind meiner Meinung oder, noch besser, Sie sind es nicht? Schreiben Sie mir: jana.lange@swr.de

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