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Plötzlich will auch Rheinland-Pfalz die Lang-LKW haben

03.11.2016, von

ARCHIV - Ein 25,25 m langer Lastwagen der Spedition Elflein fährt am 27.07.2015 im Daimler-Werk in Sindelfingen (Baden-Württemberg). Die viel diskutierten Lang-Lkws sind seit dem 22. Juli auch in Baden-Württemberg für den Modellversuch der Bundesregierung zugelassen und dürfen auf ausgewählten Autobahnenabschnitten und Anschlussstraßen fahren. Foto: Marijan Murat/dpa (zu lsw: «Was an grün-roten Politikzielen auf der Strecke blieb» vom 13.08.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

158 Lang-LKW fahren in Deutschland. Bild: dpa

Kurz vor Ende des Testlaufs mit den Lang-LKW am 31.12.2016 springt nun Rheinland-Pfalz auf die Zielfahrt der Laster im XXL-Format auf. Vermutlich hat sich wohl die Einsicht durchgesetzt, dass es besser ist, jetzt schnell noch dabei zu sein und aktiv zu werden als in ein paar Wochen vor vollendete Tatsachen zu stehen und dann reagieren zu müssen.

Fast fünf Jahre hindurch hat sich das Land gegen die Gigaliner gewehrt – in zwei Monaten endet die Versuchsphase mit diesen LKW. Womöglich weil immer deutlicher wird, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Lang-LKW wohl ab Januar 2017 bundesweit auf ausgewählten Strecken regulär fahren lassen will, hat sich nun die Haltung in Rheinland-Pfalz kurz vor Toresschluß gedreht. Am Mittwoch hat Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) in Mainz mitgeteilt, dass er Strecken zwischen Kandel und Wörth, Rohrbach und Wörth, Haßloch und Kandel sowie Haßloch und Hockenheim für Fahrten von Lang-LKW beim Bund angemeldet hat.

Während die rheinland-pfälzischen Landesregierung nun ihren jahrelangen Widerstand gegen die Lang-LKW aufgegeben hat, versuchen  bundesweit  die Gegner der Riesen-LKW noch mal alles zu mobilisieren, um die superlangen LKW doch noch auszubremsen. Ich bin sehr skeptisch, dass sie mit ihrer Kampagne Erfolg haben. So stellt die Allianz pro Schiene  nun bei ihrem Widerstand die Ankündigung Dobrindts in den Vordergrund, dass er die Laster nicht nur in Deutschland sondern auch grenzüberschreitend fahren lassen will. Weil in anderen Ländern Lang-LKW mit deutlich höherem Gesamtgewicht als derzeit in Deutschland fahren dürfen, wird die Vision von 60 Tonnern auf deutschen Autobahnen gezeichnet. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich, denn es ist klar, dass in Deutschland weder die Leitplanken bei Unfällen die Kräfte, die bei solchen Schwergewichten entstehen, aushalten; noch wären eine Vielzahl der ohnehin altersschwachen und maroden Brücken solchen Gewichten auf Dauer gewachsen. Bei 60 Tonnern würden auch die Straßenbeläge so überaus mehr als bei den derzeit im Versuch fahrenden 44-Tonnern belastet, dass uns Steuerzahler das teuer zu stehen käme.

Was ich seit langem beobachte zeigt sich in den letzten Tagen wieder deutlich: In der Auseinandersetzung über das Für und Wider der Lang-LKW wird viel mit halbgaren Behauptungen, Ängsten und unrealistischen Visionen hantiert – offenbar zählt das mehr als Fakten.

Kommentare zu „Plötzlich will auch Rheinland-Pfalz die Lang-LKW haben“

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  1. Roland Maucher
    schreibt am 25. Januar 2017 22:43 :

    Diese Last-ZÜGE mögen vielleicht in Australien oder in Alaska ihre Berechtigung haben, aber
    hier auf den verstopften Autobahnen werden sie für den endgültigenSupergau sorgen. Das macht
    natürlich den Herstellern und ihren Vasallen (Dobrindts u.Wissmännern.) nichts aus.

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