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Ein Schwarzwaldhof für die „deutsche Sache“?

03.08.2015, von

Ruine des Berghofes (undatiertes Foto, dpa)

Ruine des (Original-) Berghofes (undatiertes Foto, dpa)

„Wenn man wirklich gegen das System kämpfen will, dann nicht hier „, schrieb Anfang Juli ein Facebook-Nutzer in seine Chronik – und lud zu einem deutschlandweiten Treffen auf seinen „Berghof“ in Gutach im Schwazwald ein. Angestrebt sei ein „Kampf-und Trainingsplatz, Grillplatz, Versammlungsraum für ca.600 Personen, kostenloses Übernachten (…) Gleichzeitig werden nebenbei auch Mitarbeiter für Security Aufgaben geschult welche der deutschen Sache dienen.“ Antifa-Medien berichteten über den möglicherweise entstehenden Versammlungsort für Pegida-Aktivisten und gestandene Rechtsradikale.

Ende August soll das Treffen stattfinden, etliche Facebookfreunde des Mannes haben Interesse signalisiert. Wie ernst diese Ankündigung zu nehmen ist, lässt sich nicht ganz einfach einschätzen. Zumindest wirkt das Facebookprofil des Mannes eher nicht wie das eines gut organisierten umtriebigen Untergrundnetzwerkers.

Dennoch war der Bürgermeister von Gutach alarmiert, als wir ihn fragten, ob er die Pläne seines Mitbürgers kenne. Und auch die Betreiber einer Sommerrodelbahn, die auf dem Grundstück des braunen Facebooknutzers liegt, wollen ein Nazilager auf keinen Fall dulden: Man habe ein großes internationales Publikum und der Schwarzwald sei ganz besonders bei israelischen Touristen als Reiseziel beliebt. Mittlerweile hat der Mann die beiden Postings gelöscht, in denen er die Veranstaltung angekündigt hatte – mehrere Mitstreiter hatten ihn gewarnt, doch nicht so plump das Interesse von Polizei und Verfassungsschutz auf sich zu ziehen. Ob er und sein Netzwerk nun andere Kanäle zur Verabredung nutzen oder ob das Schwarzwald-Trainingscamp für braune Kameraden damit schon wieder Geschichte ist, wird sich wohl in ein paar Wochen zeigen.

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