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Artikelarchiv für Schlagwort „ Grabungen“

Schädel aus der Bronzezeit: Archäologische Grabungen auf einem Schlachtfeld

Mitte der neunziger Jahre findet ein Hobbyarchäologe einen Schädel mit Spuren massiver Gewalteinwirkung und einen Oberarmknochen. Er benachrichtigt die Profi-Archäologen vom Landesamt für Bodendenkmalpflege. Schnell finden sie heraus: Das hier sind die Reste der bisher ältesten nachweisbaren Schlacht Norddeutschlands, eine Sensation! Jens Wellhöner hat sie bei der Arbeit auf dem alten Schlachtfeld beobachtet.

Im Jahr 1250 vor Christus tobte im Tal der Tollense, im heutigen Ost-Mecklenburg, eine wilde Schlacht: Zwei Heere schlugen sich buchstäblich die Schädel ein. Keulen wurden geschwungen, Pfeile schwirrten durch die Luft, zerfetzten Fleisch, töteten auf der Stelle. Mitten im Getümmel kämpften auch Reiter um ihr Leben. Ein wildes Durcheinander, aus dem es kein Entkommen gab. Leichen bedeckten den Boden des Schlachtfeldes. Jahre, Jahrhunderte, Jahrtausende vergehen….

Seit 2009 graben die Forscher nach den Resten aus der Bronzezeit. In schlammiger Erde stecken Schädel und andere Teile von unzähligen Skeletten. Wohl über 300 Menschen waren an der Schlacht beteiligt. Vorsichtig bergen die Archäologen die alten Knochen, einige von ihnen zeigen noch die Spuren der Schlacht. Große Löcher von Keulenschlägen in den Schädeln, Pfeilspitzen aus spitzem Feuerstein in den Wirbelsäulen. Brutal ging es zu. Das war den Forschern schnell klar. Immer weiter graben sie sich vor und versuchen herauszufinden, worum damals so erbittert gekämpft wurde.

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