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Wie Lesen leichter werden kann – Textformatierung und Leseleistung

15.11.2016, von , in Karte anzeigen

Reporterin Anna Küch beim Lesen von Phantasiewörtern (Foto: BR)

Reporterin Anna Küch beim Lesen von Phantasiewörtern

A-E-I-O-U, der Anfang ist mühsam:  Erstklässler hangeln sich von Buchstabe zu Buchstabe und brauchen viel Zeit, bis sie Lesen lernen, Denn für das Gehirn ist  Lesen eine Höchstleistung. Welchen Einfluss der Zeilen- Wort- und Buchstabenabstand auf die Lesbarkeit eines Textes hat, versuchen  zwei Forscherinnen der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München herauszufinden. Ihre Ergebnisse könnten gerade Kindern mit Leseschwäche enorm helfen. Reporterin Anna Küch war im Forschungslabor:

Die Psychologin Kristina Moll und die Pädagogin Katharina Galuschka haben den Test entwickelt (Foto: BR)

Die Psychologin Kristina Moll und die Pädagogin Katharina Galuschka haben den Test entwickelt

Tikut, Knüvat und Maschpu: Eine Liste mit Phantasiewörtern liegt auf dem Tisch. Sie gaukeln dem Erwachsenen das Lesenlernen vor, denn hier muss sich jeder Buchstabe für Buchstabe vorkämpfen und kann sich nicht auf gelernte Wörter verlassen. Das ist ein Teil der Studie, die Psychologin Kristina Moll zusammen mit ihrer Kollegin, der Pädagogin Katharina Galuschka entwickelt hat.

Die Augenbewegungen während des Lesens werden aufgezeichnet (FotO: BR)

Die Augenbewegungen während des Lesens werden aufgezeichnet

Am Computer werden die Probanden an eine Eyetracking-Kamera angeschlossen, die Wissenschaftlerinnen folgen jeder Bewegung des Auges. Kristina Moll: „Je enger  Buchstaben beieinander stehen, desto schwieriger ist es, einzelne zu identifizieren. Wir schauen, wo ist die Schwelle, was kann man gerade noch erkennen?“

Reporterin Anna Küch beim Gespräch mit den Versuchsleiterinnen (Foto: BR)

Reporterin Anna Küch beim Gespräch mit den Versuchsleiterinnen

Noch sind nicht alle Daten ausgewertet aber schon jetzt zeigt sich: Der Abstand der Wörter hat den größten Effekt aufs Lesen. Egal ob Kinder oder Erwachsene, alle Teilnehmer der Studie konnten die Texte leichter und besser lesen, wenn die Wörter etwas weiter auseinander standen, während der Zeilenabstand keine Rolle spielte.
Mit diesen Erkenntnissen könnten vielleicht in Zukunft Unterrichtsmaterialien für Kinder mit Leseschwäche entwickelt werden, sagt die Psychologin Kristina Moll.

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