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Der Duft von Schweiß – Studie zur Abneigung gegen Körpergerüche

25.10.2016, von , in Karte anzeigen

Reporterin Carmen Woisczyk versucht aus den Geruchsproben ihren eigenen Schweiß zu identifizieren (Foto: NDR)

Reporterin Carmen Woisczyk versucht aus den Geruchsproben ihren eigenen Schweiß zu identifizieren

Schweiß oder Mundgeruch, jeder kennt es, kaum einer spricht darüber. Denn nicht jeder riecht nach Rosenwasser. Doch es gibt Menschen, die extrem unter ihrem Körpergeruch leiden. Sie glauben, dass sie viel stärker nach Schweiß riechen als andere und dass sie den üblen Gestank auch mit ständigem Waschen nicht loswerden können. Aber stimmt das wirklich, oder bilden sie sich das vielleicht nur ein? Psychologen und Biologen der Technischen Universität Braunschweig wollen es in der weltweit ersten Studie zur Abneigung gegen Körpergerüche herausfinden. Dafür wurde der Körpergeruch von Probanden getestet – und inwiefern sie ihn riechen. Carmen Woisczyk hat den Geruchstest gemacht.

Fläschchenweise Schweiß
Jeder, der an der Studie teilnimmt, muss 24 Stunden lang so genannte Achselpads tragen. Das sind Mullbinden, die unter die Arme geklebt und erst direkt vor dem Geruchstest wieder entfernt werden. So kann kein Schweißtropfen verloren gehen. Dann zerschneiden die Psychologen der Technischen Universität Braunschweig die Pads in mehrere Teile und geben sie in kleine Riechfläschchen.

Der Achselschweiß wird mit Pads "eingefangen". (Foto: NDR)

Der Achselschweiß wird mit Pads „eingefangen“.

Jedem Teilnehmer werden nun einzelne Fläschchen vor die Nase gehalten. Es sind Proben mit dem eigenen Schweißgeruch dabei, aber auch Proben von anderen Teilnehmern und solche, die keinen Schweißgeruch enthalten. Aber in welchem Fläschchen ist denn nun die eigene Schweißprobe? Das soll erschnüffelt werden.

 

 

Jeder Schweiß riecht anders 
So wollen die Forscher herausfinden, wie die Testpersonen  ihren eigenen Schweiß wahrnehmen und ob die Angst vor dem eigenen Gestank tatsächlich begründet ist. Die Psychologen filmen die Teilnehmer auch. Denn sie wollen später genau analysieren, wie sie sich verhalten, wenn sie ihre eigene Probe riechen.

Die Schweißproben werden in kleinen Glasfläschchen gesammelt. (Foto: NDR)

Die Schweißproben werden in kleinen Glasfläschchen gesammelt.

Ekel und Abneigung gegen den eigenen Schweiß lasse sich am Gesichtsausdruck  ablesen. Die Forscher analysieren den individuellen Schweiß außerdem im Labor und prüfen alle Inhaltsstoffe, um auszuschließen, dass wirklich ein ungewöhnlicher Geruch vorliegt. Das kann bei Krankheiten wie Diabetes oder einer Fehlfunktion der Schilddrüse tatsächlich vorkommen.

 

Menschen meist schlechte Schnüffler
Auch die Durchblicker-Reporterin Carmen Woisczyk hat sich als Testperson bereit erklärt. Sie hat sich die Achselpads unter die Arme geklebt und erst kurz vor dem Test wieder entfernt. Dann hieß es fleißig zu daran zu schnüffeln, was ihr die Forscher unter die Nase reichen. Die Durchblickerin riecht an mehreren Fläschchen und identifiziert bei nur einer Probe ihren eigenen Schweiß. Bei allen anderen Proben konnte sie überhaupt keinen Schweißgeruch feststellen. Doch liegt sie damit richtig?

 

Geruchtest nicht bestanden. Es ist oft nicht so einfach, den eigenen Schweiß geruchsmäßig zu erkennen. (Foto: NDR)

Geruchtest nicht bestanden. Es ist oft nicht so einfach, den eigenen Schweiß geruchsmäßig zu erkennen.

Nein, sagen die Forscher. Denn es waren insgesamt drei Proben mit ihrem eigenen Körpergeruch. Kein ungewöhnliches Ergebnis: Auch  andere Probanden lagen nicht immer richtig. Es ist offenbar gar nicht so leicht, den eigenen Schweißgeruch im Vergleich zu anderen Geruchsproben herauszufinden, auch dann nicht, wenn man vorher fest davon überzeugt war, viel extremer nach Schweiß zu riechen als alle Anderen – ein positives erstes Ergebnis. Doch noch können keine endgültigen Rückschlüsse gezogen werden, sagen die Wissenschaftler. Es wurden insgesamt erst 20 Teilnehmer getestet, und das sei noch deutlich zu wenig. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

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