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Tiermodelle aus dem Drucker – Wie Präparatoren arbeiten

11.10.2016, von , in Karte anzeigen

Der Dodo-Vogel wurde Ende des 17. Jahrhunderts ausgerottet. Präparaotoren versuchen ihn "nachzubauen".

Der Dodo-Vogel wurde Ende des 17. Jahrhunderts ausgerottet. Präparatoren versuchen ihn „nachzubauen“.

In naturhistorischen Museen sind seltene und oft ausgestorbene Tiere ausgestellt. Unsere Reporterin Susan Bohn wollte wissen, wo denn heute diese Ausstellungs-Exponate für die Museen herkommen und wer sie bearbeitet. Dafür hat sie den Präparatoren des Senckenberg Museums über die Schulter geschaut.

 

Susan Bohn interviewt Tierpräparator Udo Becker

Susan Bohn interviewt Tierpräparator Udo Becker

In der Präparationswerkstatt des Senckenberg Museums hängen viele interessante Exponate an den Wänden, Rehe, Marder, ein Kitz, Adler, Füchse- Tiere, die hier mal präpariert worden sind. Udo Becker, der Präparator, erzählt, dass man im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten, wo noch Expeditionen unternommen wurden, auf eingefangene Tiere aus den Zoos angewiesen sei, oder sogar auf tote Tiere von der Straße .

Rekonstruktion aus Einzelteilen
Er habe mal von einem Zoo ein Binturong bekommen, das ist eine Schleichkatzenart, davon habe er ein paar Formen angefertigt, mit Stuckgips. Diese Formen bilden die Körperform der Tiere zwar ziemlich gut ab, aber sie dienen lediglich als Hilfsmittel. Um die Struktur von einem lebenden Tier mit dem komplexen Muskelkörper in eine Plastik hinein zu modellieren, dazu bedarf es dann schon noch einiger Erfahrung und anderer anatomischer Hilfsmittel wie Zeichnungen.

Der Dodo-Vogel wird aus einzelnen Gipsteilen zusammengesetzt

Der Dodo-Vogel wird aus einzelnen Gipsteilen zusammengesetzt

Kollegin Hildegard Enting arbeitet an einer Rekonstruktion vom Vogel Dodo oder Dronte. Das Tier ist Ende des 17. Jahrhunderts ausgerottet worden, und es gibt viele Informationen über den Vogel, die sind überliefert worden, aber vieles weiß man eben auch nicht, und das macht den Vogel so interessant. Es sind sogar einige Skelette überliefert und nicht nur das: es gibt auch einen mumifizierten Kopf und einen Fuß.

Präparatoren mit künstlerischer Ader

Enting hat 3- D -Ausdrucke von einem gescannten Gipskopf des Vogels, und auch vom rechten Fuß. Eine Kollegin hat die Objekte eingescannt, Enting hat sie dann ausdrucken lassen. Das Gute ist, dass Enting aufgrund dieses einen Fußes auch noch den linken rekonstruieren konnte.

Präpatorenarbeit ist auch eine künstlerische Arbeit

Präpatorenarbeit ist auch eine künstlerische Arbeit

Um den Dodo dann quasi nachzubauen, bringt Enting zunächst Modelliermasse auf einem Drahtgeflecht auf, danach wird diese Form weiter bearbeitet, es wird etwa das Gefieder mit der spezifischen Färbung aufgebracht und im Kopf die Glasaugen eingesetzt.
Die Arbeit eines Präparators hat, wie man sieht, viele künstlerische Aspekte.

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