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Bergwiesen – wieder gewonnene Artenvielfalt

25.07.2016, von , in Karte anzeigen

Artenreiche Bergwiesen bei Winterberg (Foto: WDR)

Artenreiche Bergwiesen bei Winterberg

Die Bergwiesen der Mittelgebirge gelten als botanische Kostbarkeiten in Deutschland. Sie sind jedoch durch die intensive Landwirtschaft bedroht: Wo gedüngt und bis zu viermal im Jahr gemäht wird, können kaum noch Blumen und Kräuter wachsen. Bei Winterberg im Sauerland haben Ökologen der Biologischen Station des Hochsauerlandkreises, unterstützt von Wissenschaftlern der Universität Marburg, in den vergangenen sechs Jahren im Rahmen eines EU-Life-Projekts dafür gesorgt, dass die Bergwiesen wieder ihr altes, ökologisch wertvolles Gesicht zurückbekommen.Corina Wegler-Pöttgen war dort….

 

Ziegen und Schafe als Landschaftspfleger

Ökologe Dr. Axel Schulte und seine tierischen Landschaftspfleger (Foto: WDR)

Ökologe Dr. Axel Schulte und seine tierischen Landschaftspfleger

Die Ökologen haben unter anderem in einigen Bereichen Fichten gefällt, gemulcht und auf die Flächen Borstgrasrasen gesät. Damit der so entstandene Borstgras- und Heidebereich nicht wieder verbuscht, leben dort jetzt Ziegen und Schafe. Sie sind jetzt quasi die tierischen Landschaftspfleger, die dafür sorgen, dass der Bereich nicht wieder  mit Büschen und Bäumen zuwächst.

 

 

Ansiedelung seltener Pflanzen
Dazu kommt die Ansiedlung selten gewordener Pflanzenarten: Die Hauptmaßnahme ist die so genannte Mahdgutübertragung. Dort werden Streifen gefräst und dann mit artenreichem Spendermahdgut belegt. Im darauf folgenden, spätestens übernächsten Jahr, sind dann neue Blumen in dem ansonsten relativ blumenarmen Umfeld gut zu erkennen.

Der Alpenmilchlattich kommt in Mittelgebirgen extrem selten vor (Foto: WDR)

Der Alpenmilchlattich kommt in Mittelgebirgen extrem selten vor

Bei der Ansiedlung typischer Bergwiesen-Pflanzenarten sind die Ökologen der Biologischen Station auch von der Universität Marburg unterstützt worden. Dort wurden Arnika, Perücken-Flockenblume und Trollblume vermehrt. Mittlerweile sind dort auch Pflanzen wie der Alpenmilchlattich zu finden, der zwar in den Alpen ziemlich weit verbreitet ist, in Nordrhein-Westfalen aber nur in Alt-Astenberg bei Winterberg vorkommt.

 

 

Video: Artenvielfalt auf der Bergwiese
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Lebensraum für Insekten

Bergwiese mit Storchschnabel (Foto: WDR)

Bergwiese mit Storchschnabel

Auch Orchideen gibt es wieder auf den Bergwiesen bei Winterberg: Knabenkraut und auch die bleiche Waldhyazinthe mit ihren grün-gelblichen Blüten, die viel seltener vorkommt als Knabenkräuter. Dazu kommen auf den mageren Standorten Ferkelkraut und verschiedene Habichtskrautarten. Auf nährstoffreicheren Böden wächst beispielsweise der Waldstorchschnabel.
Die wieder gewonnene Vielfalt der Pflanzenarten bietet nun auch Lebensraum für viele Insekten: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, darunter besondere Arten wie der Dukatenfeuerfalter oder der lila Goldfalter.

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Kommentare zu „Bergwiesen – wieder gewonnene Artenvielfalt“

Es ist ein Kommentar vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Klaus Anderseck
    schreibt am 27. Juli 2016 18:26 :

    Guten Tag,
    Das Projekt gehört in die Kategorie: Stoppt den stummen Frühling!
    Dazu habe ich die Anregung, die Landwirte in den Regionen der Mittelgebirge dafür zu bezahlen, dass sie die Landschaft ökologisch sinnvoll pflegen, anstatt die Vergrößerung der Milchproduktion und deren Absatzprobleme zu subventionieren, dann würde auch die Beeinträchtigung der Landschaft geringer werden. Es gibt ja schon Landstriche, wo das funktioniert.
    Mit freundlichen Grüßen
    Anderseck

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