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„Hilfsarbeiter“ für die Landwirtschaft – Roboter jätet Unkraut

12.07.2016, von , in Karte anzeigen

Florian Knoll und Prof. Dr. Stephan Hußmann von der FH Westküste haben den Jäte-Roboter im Team von 12 Mitarbeitern entwickelt (Foto: NDR)

Florian Knoll und Prof. Dr. Stephan Hußmann von der FH Westküste haben den Jäte-Roboter im Team von 12 Mitarbeitern entwickelt

Roboter, die Staubsaugen, die Fensterputzen oder Rasenmähen gibt es schon. Könnte es dann nicht auch einen geben, der ganze Felder vom Unkraut befreit?  Ein Roboter, der selbstständig Unkraut jätet – wohl der Traum eines manchen Landwirts. Den wollen Wissenschaftler der Fachhochschule Westküste in Heide erfüllen. Ein  Wissenschaftler-Team  möchte einen Jäte-Roboter entwickeln: Bonirob heißt der Prototyp des neuen Hilfsarbeiters in der Landwirtschaft. Hauke Bülow hat ihn sich angeschaut.

Langsam bewegt sich „Bonirob, der Jäte-Roboter der Fachhochschule Westküste, auf einem Feld in der Nähe von Büsum in Schleswig-Holstein. Dort testet das Team um Prof. Dr. Stephan Hußmann und seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Florian Knoll seine Entwicklung.

Florian Knoll steuert das Gerät per Fernsteuerung (Foto: NDR)

Florian Knoll steuert das Gerät per Fernsteuerung. Es ist aber auch in der Lage, autark auf dem Feld zu fahren

Bonirob ähnelt einem Mondfahrzeug: Das graue kastenförmige Gefährt steht auf vier Reifen mit großem Profil, damit es auch im weichen Boden nicht stecken bleibt. Mehrere Elektromotoren treiben es an. Bonirob fährt mit seinen Reifen zwischen Möhrendämmen. Seine Aufgabe: Lernen. Pflanzenkunde. Denn bevor er anfangen kann, Unkraut zu jäten, muss er erkennen können, welche Pflanzen auf den Möhrendämmen wachsen.

 

 

Klassifikation ist die schwierigste Aufgabe

Mehrere Industrierechner laufen im Innern des Roboters. Sie müssen einiges aushalten. Staub, Feuchtigkeit, Erschütterungen. Unter dem grauen Kasten haben die Wissenschaftler einen Holzkasten gebaut, eine Lichtabschottung, damit zu jeder Tageszeit die gleichen Lichtverhältnisse vorherrschen. Stattdessen sorgen helle LED-Leuchten für viel Licht auf dem Ackerboden.

Roboter "Bonirob" bei der Pflanzenkunde – schwierigste Aufgabe ist die Klassifikation der Pflanzen (Foto: NDR)

Roboter „Bonirob“ bei der Pflanzenkunde – schwierigste Aufgabe ist die Klassifikation der Pflanzen

Vier RGB-Kameras, Infrarotkameras und 3D-Kameras filmen in Echtzeit während der Fahrt, welche Pflanzen auf den Dämmen wachsen. Die Daten werden gespeichert und anschließend von den Wissenschaftlern ausgewertet. Inzwischen kann der Roboter Löwenzahn & Co. schon sehr gut von Möhrenpflanzen unterscheiden. Und das schneller als das menschliche Auge. Auf einem Monitor können die Forscher die Arbeit des Roboters kontrollieren.

 

 

Nächster Schritt: Unkrautvernichtung

Neben den Möhrenpflanzen wachsen auf den Dämmen auch viele unerwünschte Pflanzen, die bislang mühsam per Hand gejätet werden (Foto: NDR)

Neben den Möhrenpflanzen wachsen auf den Dämmen auch viele unerwünschte Pflanzen, die bislang mühsam per Hand gejätet werden

Bei der geplanten Unkrautvernichtung setzen die Wissenschaftler möglichst nicht auf komplizierte Mechanik. Denn durch die Größe der Felder und die extreme Beanspruchung könnte ein mechanisches Unkrautvernichtungssystem schnell Schaden nehmen. Stattdessen überlegt das Team um Stephan Hußmann, inwieweit Hitze, Strom oder auch ein starker Wasserstrahl Unkraut vernichten könnten. Das Problem bei Wasser: Die Linsen der Kameras könnten schnell verdrecken. Die Forscher hoffen, dass sie im kommenden Jahr soweit sind, dass Bonirob nicht nur Unkraut erkennt, sondern es auch vernichtet.

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