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Balancieren über dem Abgrund – wie funktioniert Raumwahrnehmung?

07.06.2016, von , in Karte anzeigen

Virtuelle Häuserschluchten

Virtuelle Häuserschluchten im Cyberneum TrackingLab

Manchen Menschen überwinden mühelos auf einer Holzplanke einen Abgrund von 20 Metern, andere bekommen sofort Panikzustände. Manche können sich sehr gut in einem Labyrinth orientieren, andere finden alleine niemals den Ausgang, manche haben einen perfekten räumlichen Orientierungssinn, andere finden nur sehr schwer in einer fremden Stadt ihr Auto wieder. Woran liegt das, woher kommen die unterschiedlichen Raumwahrnehmungen, wie nimmt der Mensch überhaupt Räume wahr. Das wollen Forscher am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen herausfinden. Reporter Ralf Caspary hat sie besucht und sich einem Experiment zur Höhenangst unterzogen:


Das Ziel der Forschungsgruppe „Raum- und Körperwahrnehmung“  am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen ist es, die menschliche Wahrnehmung von Dingen und Räumen und das menschliche Verhalten in bestimmten Raumdesigns  zu untersuchen. Die Wissenschaftler setzen dabei auch auf die Technologie von bestimmten Datenbrillen, die dreidimensionale Welten simulieren können, in denen sich die Versuchspersonen zurechtfinden müssen.

Video: Reporter Ralf Caspary irrt durch das virtuelle Labyrinth.
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Virtueller Abgrund

Eigentlich kein Grund zur Panik doch der virtuelle Abgrund zeigt seine Wirkung

Reporter Ralf Caspary bekommt zu Anfang des Experiments von den Psychologen Michael Geuss und Anne Thaler solch eine Datenbrille aufgesetzt. Dann wird er auf den Weg geschickt: Die Holzplanke, die vor dem Experiment einfach auf dem Boden in einem großen dunklen Raum lag, verwandelt sich in Sekundenschnelle durch die Simulation in eine rote Planke, die zwei sehr real wirkende Hochhäuser miteinander verbindet. Unser Reporter muss nun auf die Planke steigen und einen Abgrund von rund 100 Metern überwinden, was ihm leider nicht gelingt. Er hat Höhenangst, schafft es gerade mal, auf die Planke zu steigen, den Abgrund zu begutachten, dann fließen die ersten Schweißtropfen und seine Brille beschlägt.

Höhenangst mit Cyberbrille

Mit der Cyberbrille wird auch der niedrige Balken zur echten Mutprobe

Bei einem richtigen experimentellen Durchlauf hätten die Psychologen den Probanden mit Instrumenten ausgestattet, mit denen sie Blutdruck oder Schweißproduktion erfassen können. Solche und andere Daten zeigen ihnen, wie unterschiedlich Menschen auf Höhen oder Abgründe reagieren. Am Institut für biologische Kybernetik versuchen die Forscher herauszufinden, wie das menschliche Gehirn bestimmte Räume wahrnimmt und quasi „konstruiert“, welche Verhaltensweisen daraus resultieren.

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