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Wie das Licht der Sonne – LED-Lampen kochen im Labor

04.04.2016, von , in Karte anzeigen

LED -Lampen (Foto Colourbox)

LED -Lampen – sparen Energie, aber ihr Licht wird oft als unangenehm und kalt empfunden

LEDs sind langlebig, günstig und verbrauchen nur einen Bruchteil des Stroms herkömmlicher Glühbirnen. Trotzdem ist vielen Menschen das weiße Licht aus den LEDs nicht angenehm – „zu kalt“. Am Lehrstuhl für Anorganische Festkörperchemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München versuchen Wissenschaftler, das Licht der LEDs dem Sonnenlicht ähnlicher zu machen. Denn das menschliche Auge empfindet das weiße Licht der Sonne als ideal. Dazu entwickeln die Forscher neuartige Leuchtstoffe im Labor und treffen bei ihrer Schatzsuche schon mal auf bislang völlig unbekannte Materialien.

Heiße Probe – 1200° in wenigen Sekunden (Foto: Stefan Geier)

Heiße Probe – 1200° in wenigen Sekunden

Am Anfang der Materialsuche wird es heiß. Es dauert keine Minute, bis der Spezialofen im Labor der Forscher auf 1200°C hochgeheizt hat. In seinem Inneren: ein kleiner Tiegel mit den Zutaten für eine neue Verbindung.

 

 

 

Ohne blau kein weiß

Für die Entdeckung der blauen LEDs wurde 2014  der Physik-Nobelpreis verliehen. Denn sie sind die Basis der weißen LEDs. Damit aus dem blau weiß wird, muss das einfarbige Licht in alle anderen Farben des sichtbaren Spektrums umgewandelt werden.

Dazu braucht man Hochleistungsleuchtstoffe. Also Materialien, mit denen blaue LEDs beschichtet werden und die dann das angenehme weiß erzeugen sollen. Diese Stoffe suchen die Münchner Forscher hier.

Nach dem Kochen kommt die Schatzsuche
Nachdem der Metalltiegel abgekühlt ist, beginnt für Prof. Wolfgang Schnick der spannendste Teil seiner Arbeit. Unauffällig scheinende, graubraune Mini-Kristalle werden unter dem Mikroskop durchsucht.

Warten auf das fertige Gericht (Foto: Stefan Geier)

Warten auf das fertige Gericht

Wolfgang Schnick beleuchtet den erkalteten „Kochtopf“ mit blauem Licht und plötzlich erscheinen die Kristalle in allen möglichen Farben. Nun gilt es, mit Pinzette und Feinwerkzeug die Brösel zu isolieren, die möglicherweise interessant sein könnten.

Es kann nur ein winziger Krümel sein, der die nächste Generation der weißen LEDs revolutioniert. 1997 ist ihnen das schon einmal gelungen. Damals haben sie mit viel Geduld und Glück einen Farbstoff gefunden, der heute in Autoblinkern, Smartphones und Schreibtischlampen steckt.

Um wieder eine solche Entdeckung zu machen, müssen die Forscher aufmerksam jedes noch so unscheinbar gekochte Pulver akribisch durchsuchen.

UV-Licht zeigt das Potential des gekochten Stoffs (Foto: Stefan Geier)

UV-Licht zeigt das Potential des gekochten Stoffs

Im heute gekochten Gericht haben sie einen interessanten Krümel gefunden. Ob es allerdings wirklich ein bislang unbekannter Stoff ist, der auch noch das Zeug hat, das künstliche LED Licht näher ans Sonnenlicht zu bringen? Das zeigt sich oft erst Monate später.

 

 

 

 

Videoteaser in 360° für’s Smartphone/Tablet unter:
https://www.youtube.com/watch?v=cdrYPu7HXpY

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