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Straßenlärm und Marktgeschrei – Wie unsere Städte klingen

26.02.2016, von , in Karte anzeigen

Auf der Internetseite zum Stadtklang kann jeder Nutzer mit einem Smartphone seinen Standort per GPS auswählen, Töne aus seiner Umgebung aufnahmen und hochladen.

Auf der Internetseite zum Stadtklang kann jeder Nutzer mit einem Smartphone seinen Standort per GPS auswählen, Töne aus seiner Umgebung aufnehmen und hochladen.

Die S-Bahn fährt quietschend durch die Stadt, Autos geben Gas und hupen und auf dem Marktplatz reden Menschen durcheinander. Unsere Städte klingen – und wir sind ständig von Geräuschen umgeben. Initiiert durch das Wissenschaftsjahr 2015 zur Zukunftsstadt wird dieser Stadtklang erforscht: Über eine Online-Klangkarte kann jeder Interessierte Töne aus seiner Umgebung hochladen – und sich anhören, wie es etwa in der Münchner Innenstadt oder auf dem Berliner Alexanderplatz klingt. Das Projekt sensibilisiert so für die akustische Stadtplanung und die Lärmwirkung. Unser Reporter Thomas Gith hat sich auf einen klingenden Gang durch Berlin gemacht.

Studenten laufen über Gehwege, Autos fahren im Kreisverkehr am Berliner Ernst-Reuter-Platz. Der Klang unsere Städte wird ganz wesentlich durch den Verkehr bestimmt

Studenten laufen über Gehwege, Autos fahren im Kreisverkehr am Berliner Ernst-Reuter-Platz. Der Klang unsere Städte wird ganz wesentlich durch den Verkehr bestimmt.

Am Ernst-Reuter-Platz in Berlin sind es vor allem die Autos, die den Klang der Stadt prägen. Ein ständiges Rauschen ist hier zu hören, immer wieder übertönt von Hupen und Sirenen. Die Geräuschkulisse ist leise auch noch im einige hundert Meter entfernten Park der Technischen Universität Berlin zu hören, obwohl das Areal durch zahlreiche Gebäude von der Straße abgeschirmt ist.

 

Sind leiser und umweltfreundlicher als Autos, prägen mit Klingel und Pedale aber auch den Klang unserer Städte: Fahrräder.

Sind leiser und umweltfreundlicher als Autos, prägen mit Klingel und Pedale aber auch den Klang unserer Städte: Fahrräder.

Ändern lässt sich das an diesem Ort wohl nicht, sagt Brigitte Schulte-Fortkamp von der TU Berlin, die als Professorin zur Psychoakustik und Lärmwirkung forscht. Denn nur eine veränderte Verkehrsführung oder neuer Asphalt am Ernst-Reuter-Platz könnten den Klang dämpfen.

Allerdings: Auch Gespräche, Marktgeschrei und Kirchenglocken gehören zum akustischen Bild unsere Städte. Auf der Internetseite zum Stadtklang kann sich das jeder anhören. Viele Nutzer haben dort bereits Töne aus ihrer Umgebung hochgeladen, etwa von der Stuttgarter Zahnradbahn oder vom Hamburger Fischmarkt, mit bestem norddeutschem Akzent.

Christina Brüning vom BMBF-Projekt Stadtklang und Professorin Brigitte Schulte-Fortkamp von der TU Berlin nehmen Töne am Berliner Landwehrkanal auf.

Christina Brüning vom Projekt Stadtklang und Professorin Brigitte Schulte-Fortkamp nehmen Töne am Berliner Landwehrkanal auf.

Mit dem Smartphone kann jeder Interessierte Töne aus seiner Umgebung aufnehmen und auf die Klangkarte hochladen

Mit dem Smartphone kann jeder Interessierte Töne aus seiner Umgebung aufnehmen und auch direkt auf die Klangkarte hochladen.

 

 

Am Landwehrkanal, der an der TU Berlin vorbeifließt und nur einige hundert Meter vom Campuspark entfernt ist, nehmen wir zusammen mit Christina Brüning vom Projekt Stadtklang selbst Töne mit dem Smartphone auf und laden sie auf die Klangkarte hoch: Auch hier ist es vor allem ein vorbeifahrendes Auto, das den Stadtsound prägt. Vielleicht ist es genau das, was typisch ist für den Stadtklang, sagt Brigitte Schulte-Fortkamp: Dass der Verkehr immer zu hören ist, selbst an vermeintlich ruhigen Orten wie hier am begrünten Kanalweg.

Internetlink:
Stadtklang – Klangkarte und Klänge selbst hochladen

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