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Das Auto von Morgen? Mit dem Solar-Car auf die Rennstrecke

21.09.2015, von , in Karte anzeigen

 

Die Solarpanels des Flitzers (Foto: WDR)

Die Solarpanels des Flitzers

Der ThyssenKrupp Sunriser ist schnittig, wie ein echter Sportwagen. Aber viel sparsamer im Verbrauch. Er fährt mit purer Sonnenenergie. Hört sich genial an. Aber taugt das Solar-Mobil als Auto der Zukunft? 40 Studierende von der Hochschule Bochum haben den Sunriser entwickelt, um bei der Solar-Auto-Weltmeisterschaft, der „World Solar Challenge“, in Australien an den Start zu gehen. Getestet wurde das Fahrzeug auf einem Militärflughafen in der Nähe von Köln. Hier stört kein Straßenverkehr, so können die Studierenden auch längere Strecken nonstop fahren.


Von vorne sieht er aus, wie ein Lamborghini. Von der Seite ist die Form aber noch windschnittiger. Wie eine sanfte Welle läuft das Solar-Auto nach hinten weg aus. Eigentlich ist der ThyssenKrupp Sunriser silbern, nur das Dach ist komplett schwarz. Eine Solarzelle neben der anderen. Insgesamt 3 Quadratmeter, die 870 Watt elektrische Leistung erzeugen. Auch wenn die Sonne scheint, glitzern sie nicht, sondern sind matt. Das lässt wenig Spielraum für Design, aber darum geht es hier ja auch nicht.

Sitzheizung im Solar-Auto

Solarautopilot und Reporterin Stephanie Grimme (Foto: WDR)

Solarautopilot und Reporterin Stephanie Grimme

Die Sitze liegen tief, wie in einem Sportwagen. Der Elektromotor ist kaum zu hören, aber der Wagen ist nicht extra gefedert, deshalb rumpelt er ganz schön. Und die Windgeräusche sind auch nicht zu überhören. Dafür ist das Auto extrem leicht und die Ausstattung dennoch alltagstauglich: Sitzheizung, Becherhalter, Info-Display, Lüftung und sogar Echtholzfurnier im Innenraum.

 

Bremsen, um zu tanken

Immer wieder wird das Auto getestet. Aufgabe des Fahrers Raphael Schliewind von der Hochschule Bochum ist es dabei, vor allem möglichst wenig Energie zu verbrauchen. „Ich achte darauf, dass ich möglichst wenig lenke.

Das Innere des Solarautos - für Sitzreiesen kaum geeignet (Foto: WDR)

Das Innere des Solarautos – für Sitzreiesen kaum geeignet

Der Tempomat ist eingeschaltet, das macht das Auto von allein. Beim Bremsen ist es wichtig, dass ich möglichst viel regenerativ bremse, da wir dadurch wieder Energie in die Batterie einspeisen können.“ Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 120 Stundenkilometer. Nicht viel für einen Sportwagen, aber darum geht es hier auch nicht vorrangig. Der Sunriser soll bei möglichst wenig Energieverbrauch vor allem weit fahren können. 3.000 Kilometer lang ist die Strecke bei der „World Solar Challenge.“ 5 Tage haben die Studierenden dafür Zeit.

Bochumer führend in Deutschland

Seit 15 Jahren werden in Bochum Solar-Autos entwickelt. Dabei sind es nicht Professoren, sondern Studierende aus verschiedenen, überwiegend ingenieurswissenschaftlichen Fachbereichen. Sie werden vom Unternehmen Thyssen Krupp unterstützt. Das ist vorteilhaft, weil so neue, vor allem leichte Materialien getestet werden können. Das ist auch der wissenschaftliche Mehrwert, der der aktuellen Automobilproduktion zugute kommt. Denn gebrauchsfähige Solar-Autos wird es auf absehbare Zeit nicht geben, glaubt Raphael Schliewind. „Wenn es irgendwann mal günstige Solarzellen geben wird, dann könnte es solche Autos auch im normalen Straßenverkehr geben. Aber auch eher nicht in Deutschland, weil hier die Sonneneinstrahlung nicht besonders hoch ist.“ Hierzulande sei es wahrscheinlicher, künftig Solarzellen auf Garagen oder Carports zu installieren, um damit dann Elektrofahrzeuge zu laden.

Siegen für die Wissenschaft

Das Solarauto ist superleicht (Foto: WDR)

Das Solarauto ist superleicht

Im Moment denken die Studierenden aber weniger an Autos von Morgen, sondern an die Weltmeisterschaft in Australien. Ende Oktober (18. – 25. Oktober) wollen sie sich bei der „World Solar Challenge“ in der Sparte „Cruiser Class“ gegen 14 Mitbewerber durchsetzen. Beim letzten Rennen vor zwei Jahren wurden die Bochumer mit dem Vorgänger-Modell des „Sunrisers“ Vizeweltmeister. Jetzt wollen sie siegen. Denn das bringt Renommee und damit vermutlich wieder neue Forschungsgelder, um dem Auto der Zukunft dann noch näher zu kommen.

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