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Pflanzenmodelle – Virtuelle Mammutbäume und Schneeglöckchen

31.08.2015, von , in Karte anzeigen

Gut geschützt hinter Glas - historische Pflanzenmodelle, (c) Thomas Gith 2015

Gut geschützt hinter Glas – historische Pflanzenmodelle, (c) Thomas Gith 2015

Es gibt sie aus Wachs, Papier und als Computeranimation: Pflanzenmodelle. Also nachgebildete Schneeglöckchen, Kieselalgen und Mammutbäume. Sie riechen nicht, sind oft glatt und kalt. Und dennoch: Sie können Blüten und Blätter faszinierend genau nachbilden, so einen genauen Eindruck der Pflanzen vermitteln. Schon im 19. Jahrhundert wurden solche Modelle in Forschung und Lehre genutzt. Damals wurden sie aus Wachs und Papier gefertigt – heute entstehen sie mit Hilfe digitaler Technik. Im Botanischen Museum der Freien Universität Berlin werden derzeit diverse Pflanzenmodelle gezeigt. Wie sie unsere Vorstellung von der belebten Natur prägen, hat Thomas Gith erkundet.

Vom Pappmaché zum 3D-Druck
Schon im 19. Jahrhundert wurden solche Modelle in Forschung und Lehre genutzt. Damals wurden sie vor allem aus Wachs und Papier gefertigt. Die Tradition hielt an: Mitte des 20. Jahrhunderts etwa entstand das sechsfach vergrößerte Modell eines Schneeglöckchens, gefertigt aus Pappmaché. Die Blütenblätter lassen sich abnehmen, der Aufbau des Kelches und des Stempels genau studieren. Vor allem für die Lehre an Schulen und Universitäten waren solche Modelle nützlich.

3D-Druck einer Kieselalge

Der 3D-Ausdruck einer 10.000-fach vergrößerten Kieselalge, (c) TU Berlin, Foto C. Hillmann-Huber

Heute entstehen Pflanzenmodelle vor allem mit Hilfe digitaler Technik. Im Botanischen Museum der Freien Universität Berlin werden derzeit auch zeitgenössische Modelle gezeigt. Zu ihnen zählt der 10.000-fach vergrößerte 3D-Ausdruck einer Kieselalge. Es ist das Abbild eines mikroskopisch kleinen Einzellers, der mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Der Betrachter kann sich anhand des stark vergrößerten Modells eine Vorstellung davon machen, wie die Kieselalge aussieht.

 

Brillenträger in der Baumkrone
Pflanzenmodelle können unsere Vorstellung von der belebten Natur also maßgeblich formen. Sehr sinnlich erfahren kann das derzeit, wer sich im Botanischen Museum Berlin eine spezielle 3D-Brille auf die Nase setzt: Über sie werden dreidimensionale Bilder der weltweit größten Bäume gezeigt.

Mit 3D-Brille Mammutbäume erkunden

Mit einer speziellen 3D-Brille taucht Kathrin Grotz in die virtuelle Welt der Mammutbäume ab, (c) Thomas Gith 2015

Bei einer virtuellen Achterbahnfahrt durch ein Gewächshaus bekommt der Besucher die Baumriesen zu sehen: Entlang der mächtigen Stämme bis hinauf in die Kronen der Bäume. Der Eindruck ist täuschend echt, denn obwohl die Reise nur virtuell ist, kann einem beim Blick aus den Baumkronen hinunter zum Boden richtig schwindelig werden.

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