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Hummeln mögen helle Blüten

10.08.2015, von , in Karte anzeigen

Bei der Nektarsuche fliegen Hummeln täglich unzählige Blumen an - Farben dienen dadei der Selektion

Bei der Nektarsuche fliegen Hummeln täglich unzählige Blumen an – Farben dienen dadei der Selektion

Hummeln erbringen wahre Meisterleistungen: Bis zu 18 Stunden pro Tag sammeln sie Nektar und Pollen. Dabei sie fliegen sie bis zu 1000 Blüten an. Doch bei der Frage, welche Blüte angeflogen wird, sind Hummeln wählerisch. Es kommt unter anderem auf die Farbe an.

 

 

 

Helligkeit und Sättigung der Farben spielen für Hummeln eine große Rolle bei der Futtersuche.

Helligkeit und Sättigung der Farben spielen für Hummeln eine große Rolle bei der Futtersuche.

Nicht nur Farbton, auch Farbeigenschaften sind entscheidend

Am Institut für Sinnesökologie der Uni Düsseldorf erforschen die Biologen, welche Blüten für Hummeln besonders attraktiv sind. Die Forscher interessieren sich besonders für die Farbeigenschaften. Hummeln wählen ihre Blüten zum einen nach dem Farbton aus: Gelbe und blaue Blüten fliegen sie häufig an. Rote Blumen lassen sie eher links liegen, weil sie die Farbe Rot gar nicht wahrnehmen können. Daneben spielt auch die Sättigung eine Rolle: Satte Farben, zum Beispiel ein besonders kräftiges Gelb, ziehen die Tiere mehr an als blasse Töne.

Eine Hummel wird für den Freiflug im Versuch geholt.

Eine Hummel wird für den Freiflug im Versuch geholt.

 

 

Kräftig und hell ist der Renner

Die Düsseldorfer Biologen haben nun auch bei der Farb-Helligkeit eine Präferenz ausgemacht. Im Laborversuch bekommen Hummeln zwei gelbe Blüten-Attrappen präsentiert: Die eine ist einen Hauch heller als die andere. Die unechten Blüten bestehen aus einem kreisförmigen Stück Fotopapier und einem kleinen Röhrchen in der Mitte, in dem Zuckerwasser auf die Hummeln wartet. Die Biologen lassen die Hummeln in kurzem Abstand, mittig vor den beiden Blüten-Attrappen frei und beobachten, für welche Blüte sie sich entscheiden.

Video:  Im Hummel-Labor
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Das Zuckerwasser wird in das Röhrchen der Kunstblume gefüllt.

Das Zuckerwasser wird in das Röhrchen der Kunstblume gefüllt.

Freifeldversuche sollen die Ergebnisse bestätigen

Der Versuch zeigt: Die meisten Hummeln wählen die hellere Blüte, um sich dort ihr Zuckerwasser abzuholen. Bislang ging die Forschung davon aus, dass die Helligkeit bei der Blütenwahl keine Rolle spielt. Demnächst wollen die Biologen die neue Erkenntnis auch außerhalb des Labors, mit echten Blumen im Freien überprüfen.

 

 

 

Bestäuber entscheiden über die Zukunft von Pflanzen

Die Wahl der Blüten-Attrappen deutet auf die evolutionäre Entwicklung der Pflanzen.

Die Wahl der Blüten-Attrappen deutet auf die evolutionäre Entwicklung der Pflanzen.

Die Farben, die Hummeln, Honigbienen und andere Bestäuber bevorzugen, sind letztlich auch diejenigen, die sich im Laufe der Evolution durchsetzen und heute unsere Wiesen schmücken. Denn Pflanzen mit attraktiven Blüten bekommen häufiger Besuch von Bestäubern als solche mit unattraktiven, etwa besonders blassen oder dunklen Blüten, und haben damit bessere Chancen, sich fortzupflanzen.

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