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Auf Biegen und Brechen – Das Fahrrad-Prüflabor in Waltrop

20.07.2015, von , in Karte anzeigen

Fahrräder sind oft starken Belastungen ausgesetzt (Foto: Colourbox)

Fahrräder sind oft starken Belastungen ausgesetzt

Es gibt Menschen, die mit ihrem Fahrrad halsbrecherische Strecken fahren: Einen Abhang hinunter, über Wurzeln, über Steine, über Gräben… Das hat nur noch wenig mit gewöhnlichem „Fahrradfahren“ zu tun, das ist Extremsport. Es ist klar, dass das Fahrrad bei dieser Art von Beanspruchung ganz besonders robust sein muss. Ein Prüflabor in der Nähe von Dortmund testet Fahrräder deshalb – auch e-Bikes und gewöhnliche City-Räder, aber eben auch High-Tec-Fahrräder nur für den Extremsport. Unser Reporter Aeneas Rooch hat das Fahrrad-Labor besucht.

Hier werden die Fahrräder auf ihre Stabilität geprüft (Foto: WDR)

Hier werden die Fahrräder auf ihre Stabilität geprüft

Bricht der Lenker bei einem Sturz? Hält der Rahmen das Gewicht des Fahrers auch bei Vollbremsungen? Ermüdet das Material bei langer Beanspruchung? Diesen und ähnlichen Fragen gehen Ingenieure und Techniker im Fahrrad-Prüflabor „EFBE“ in Waltrop nach: Unter Laborbedingungen untersuchen sie, was Fahrräder aushalten.

 

Nicht alle Fahrradteile halten den Belastungsproben stand (Foto: WDR)

Nicht alle Fahrradteile halten den Belastungsproben stand

Die Fahrradteile, die getestet werden sollen, befestigen sie in eigens entwickelten Prüfständen: Sie hängen sie zwischen Aluminium-Pfosten auf, die auf Werktischen in die Höhe ragen, und verschrauben sie mit Druckzylindern. Die Druckzylinder bewegen und belasten die Bauteile und simulieren so jahrelangen Gebrauch und extreme Beanspruchung.

 

 

Video:  Im Fahrrad -Prüflabor
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Die Fahrradtester belasten und zerstören aber nicht nur, sie entwickeln auch Prüfverfahren und passen sie ständig an. Ein in Waltrop entwickelter Ermüdungstest mit „pedalierenden“ Lasten für Rahmen beispielsweise ist im Laufe der Jahre zum festen Teil internationaler Sicherheitsnormen geworden.

Ein Fahrrad-Rahmen wird für die Untersuchung vorbereitet (Foto: WDR)

Ein Fahrrad-Rahmen wird für die Untersuchung vorbereitet

An einem weiteren Werktisch untersuchen die Prüfer eine Karbon-Lenkstange. Sie wollen herausfinden, wie sie sich bei extremem Druck verhält, wie er etwa bei unsanften Landungen nach einem Sprung oder bei einem Sturz auftritt. Dazu lassen sie einen Maschinenarm auf eine Seite des Lenkers drücken und messen, bei welchem Druck er nachgibt. Der Lenker wird unter der Kraft des Maschinenarms eine ganze Handbreit nach unten gebogen, bis erst ein trockenes Knistern zu hören ist und der Lenker mit einem lauten Knall bricht. Die Techniker und Ingenieure interessieren sich nicht nur dafür, bei welchem Druck das geschieht, sondern auch wie das Bauteil gebrochen ist: Für einen Fahrer ist es enorm gefährlich, wenn der Lenker in zwei Hälften bricht; besser – und aus Sicht der Profis im Prüflabor auch zu erwartender Standard bei High-Tec-Bauteilen – ist, wenn der Lenker trotz des Bruchs an einem Stück und so stabil bleibt, dass der Fahrer das Rad noch zum Stehen bringen könnte.

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