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Müll im See – Wie kommt das Mikroplastik in die Muschel?

13.07.2015, von , in Karte anzeigen

Entnahme einer Muschel aus dem Aquarium

Entnahme einer Muschel aus dem Aquarium

Dass in den Weltmeeren große Mengen von Plastikpartikeln herumschwimmen, ist mittlerweile bekannt. Verantwortlich dafür ist Plastikmüll, der zu kleinen Partikeln zerrieben wird, sind aber auch Produkte der Kosmetikindustrie, die sogenanntes Mikroplastik enthalten. Da verwundert es nicht, dass sich diese Partikel auch in Binnenseen und Fließgewässern anreichern. Das Bayerische Landesamt für Umwelt untersucht nun , wie sich Mikroplastik auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt. Die ersten Versuchstiere sind Muscheln. Roland Söker hat für die Durchblicker den Versuch beobachtet.

Sektion einer Muschel im Labor

Sektion einer Muschel im Labor

Auswirkungen des Mikroplastiks

Der Ort des Versuchs ist der beschauliche Ort Wielenbach im idyllischen Pfaffenwinkel. Hier wird schon seit über hundert Jahren Fischereiforschung betrieben. Vor gut einem Jahr wurde in der Zweigstelle des LfU eine neues ökotoxikologisches Versuchslabor eingerichtet. Und dort finden jetzt die Versuche zum Mikroplastik statt.

 

Julia Schwaiger im Interview

Julia Schwaiger im Interview

Muscheln als „Versuchskaninchen“

In der großen Halle rauscht und blubbert es. In zwei langen Reihen stehen 15 Aquarien bereit, in denen Wasser mit unterschiedlichen Konzentrationen von Mikroplastik zirkuliert, von 90 bis 90.000 Partikel pro Liter. Unten in den Aquarien stehen mit Sand gefüllte Träger aus Edelstahl. Darin befinden sich auch die Hauptakteure dieses Versuchs: Muscheln.

Janina Domogalla seziert eine Muschel

Janina Domogalla seziert eine Muschel

„Muscheln filtrieren bis zu 40 Liter Wasser pro Tag“ begründet Julia Schwaiger, Tierärztin und Forschungsleiterin in Wielenbach, warum gerade Muscheln sich für den Versuch eigenen. Ausgewählt wurde die Große Flußmuschel, weil sie in Bayern heimisch und zugleich eine bedrohte Art ist. Für eine oder mehrere Wochen leben die Muscheln in den Aquarien, bevor sie entnommen und im Labor nebenan untersucht werden.

Sezierte Muschel im Labor

Sezierte Muschel im Labor

Fachgerechte Sezierung

Janina Domogalla, ebenfalls Tierärztin und Mitarbeiterin an der LfU, wiegt und vermisst die Muscheln, öffnet sie und seziert sie anschließend fachgerecht. Die Bestandteile der Muscheln werden gekühlt oder in Formalin eingelegt. Die Präparate stehen dann für unterschiedliche Analysemethoden bereit. Julia Schwaiger hofft am Ende des Versuchs genaue Aussagen treffen zu können, bei welchen Mikroplastikpartikel-Konzentrationen sich Veränderungen im Muschelgewebe ergeben. Bisher weiß man darüber noch sehr wenig.

 

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