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Pollenalarm im Wohnzimmer

01.06.2015, von , in Karte anzeigen

Der Schlitz ist entscheidend - Ökoklimatologin Annette Menzel erklärt die Pollenfalle

Der Schlitz ist entscheidend – Ökoklimatologin Annette Menzel erklärt die Pollenfalle

Die Nase juckt, die Augen tränen, der Hals kratzt. Bei Gräserpollen reichen 50 Stück pro Kubikmeter Luft, damit stärkere Heuschnupfen-Symptome auftreten. Was draußen droht, können Allergikerinnen und Allergiker mit Pollenkalender und aktuellen Messungen abschätzen. Es gibt daran allerdings einen Haken: „Wenn Sie tatsächlich mal überlegen, welchen Anteil des Tages Sie drinnen verbringen, werden Sie merken, dass diese Außenmessungen die geringere Relevanz für Sie und Ihr gesundheitliches Wohlbefinden haben“, sagt Professorin Annette Menzel.

Endstation Pollenfalle

Steht der Wind günstig um Pollen hereinzubringen? - der Windmesser in Aktion

Steht der Wind günstig um Pollen hereinzubringen? – der Windmesser in Aktion

Die Ökoklimatologin an der TU München und ihre Kollegin, die Geografin Professor Susanne Jochner von der Universität Eichstätt messen in Freising, wie viele Pollen in die Räume kommen. Dafür kommt ein Apparat in der Form einer Konservendose zum Einsatz: eine Pollenfalle. Sie saugt Luft und damit Pollen über einen Schlitz an. Diese haften auf einem Glasplättchen im Inneren.

Nur ein Millimeter dünner Strich ist am Ende sichtbar

Nur ein Millimeter dünner Strich ist am Ende sichtbar

In den Messräumen im Lehrstuhlgebäude platziert Masterstudent Rico Michaelis zwei Fallen: eine im Raum und eine auf dem Fensterbrett draußen. Ein kleines Messgerät, das an einem Rohr draußen befestigt ist, überprüft, wie die äußeren Bedingungen sind.

Stoßlüften oder doch lieber kippen?

Runde Objekte mit drei Öffnungen an der Seite- Susanne Jochner hilft bei der Suche nach Birkenpollen

Runde Objekte mit drei Öffnungen an der Seite- Susanne Jochner hilft bei der Suche nach Birkenpollen

Pollen dringen über offene Türen und Kleidung der Besucher und Besucherinnen, aber eben auch durchs offene Fenster, ein. Was also bringt frische Luft und hält Heuschnupfen im Zaum? In insgesamt fünf Räumen mit Fenstern in unterschiedlichen Himmelsrichtungen und in verschiedenen Stockwerken, wurden Lüftungsvarianten getestet: Gekipptes Fenster, Stoßlüften oder doch ganz offen? Zurück bleibt ein kleiner heller Streifen mit Staub, Pollen und vielem mehr zurück.

Unter der 400-fachen Vergrößerung des Mikroskops heißt es nun: Zählen bis die Augen brennen. Bisher waren die Forscherinnen und Forscher ausschließlich auf der Suche nach runden Objekten mit drei Öffnungen an der Seite: Birkenpollen. Gemessen wird zwei Wochen lang, acht Stunden am Tag, jede Stunde eine Probe. Dass es entscheidende Unterschiede gibt, lässt eine erste ausgewertete Stunde vermuten. Die Konzentrationen innen schwanken zwischen zehn und 60 Prozent der Pollenanzahl von außen. Aber ob der Grund dafür die Himmelsrichtung ist, das Lüftverhalten oder das Stockwerk, müssen die Forscherinnen nun abklären. Zumindest in der einen Stunde hat es bei zwei Fenstern mit der gleichen Ausrichtung keinen Unterschied gemacht, ob das Fenster gekippt oder es stoßgelüftet wurde. Mit der Gräserpollensaison beginnt nun die nächste Messung. Nur Rico Michaelis ist noch mit den Birkenpollen beschäftigt: Es warten auf ihn über 500 Proben zum Auszählen.

 

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