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Vorsicht Mückenkammer! Wie man Mittel gegen stechfreudige Insekten testet

31.03.2015, von , in Karte anzeigen

 

Reporter Johannes Döbbelt steckt seine Hand in die Mückenkammer (Foto: WDR)

Reporter Johannes Döbbelt steckt seine Hand in die Mückenkammer (Foto: WDR)

Im Frühjahr und Sommer sind Mücken, Zecken und andere Insekten besonders stechfreudig. Anti-Mücken-Mittel, so genannte Repellents, schützen gegen die Blutsauger. An der Uni Düsseldorf werden diese Mittel entwickelt und getestet. Durchblicker-Reporter Johannes Döbbelt hat seinen Arm für die Wissenschaft in die Mückenkammer der Uni Düsseldorf gehalten.


Die Mücken lauern auf Ihre Opfer (Foto: WDR)

Die Mücken lauern auf Ihre Opfer (Foto: WDR)

Etwa 40 verschiedene Substanzen auf unserer Haut verschmelzen zu einem Geruch, der Mücken magisch anzieht. Repellents, die meist als Spray auf die Haut aufgetragen werden, überdecken den Körpergeruch wie eine Tarnkappe oder schrecken die Insekten durch ihren eigenen Geruch ab.

Mutiger Griff in die Mückenkammer (Foto: WDR)

Mutiger Griff in die Mückenkammer (Foto: WDR)

Zwei der Wirkstoffe, die in den meisten Anti-Mücken-Mitteln vorkommen, sind Diethyltoluamid (DEET) und Icaridin. Beide gelten als zuverlässig im Schutz gegen gegen Insektenstiche. DEET wird vor allem für Malaria-Gebiete empfohlen, weil der Wirkstoff gegen tag- und nachtaktive Mücken als sicher gilt. Mittel mit Icaridin gelten dagegen als verträglicher für die Haut. DEET kann vor allem in hohen Konzentrationen zu Rötungen oder Brennen auf der Haut führen und Kunststoffe und Leder angreifen, etwa Sonnenbrillen, Schmuck oder Taschen.

Der Parasitologe Prof. Dr. Heinz Mehlhorn entwickelt Mittel gegen stechfreudige Insekten (Foro: WDR)

Der Parasitologe Prof. Dr. Heinz Mehlhorn entwickelt Mittel gegen stechfreudige Insekten (Foro: WDR)

Der Parasitologe Prof. Dr. Heinz Mehlhorn hat an der Uni Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der Firma Alpha Biocare ein eigenes Repellent entwickelt und sich für den Wirkstoff Icaridin entschieden. Das Repellent soll unter anderem gegen Mücken, Zecken, Bremsen und Flöhe schützen. Der Geruch sei im Vergleich zu anderen Produkten weniger streng und das Mittel klebe nicht so stark auf der Haut, so Mehlhorn. Eingesetzt wird das Mittel zum Beispiel in Fortbetrieben in Süddeutschland, die ihre Mitarbeiter vor allem gegen Zecken schützen wollen.

Hand in der Mückenkammer - ohne Mückenschutz (Foto: WDR)

Hand in der Mückenkammer – ohne Mückenschutz (Foto: WDR)

Die Wirksamkeit des Repellents wird in verschiedenen Versuchen getestet: Im so genannten Käfigtest hält ein Proband seinen Unterarm in einen Glaskasten voller hungriger Mücken. Der Handrücken oder ein Teil des Unterarms werden mit dem Repellent besprüht, die übrigen Stellen bleiben zur Kontrolle frei. Nun lässt sich deutlich erkennen, wo die Mücken zustechen und wo nicht. Daneben gibt es „Großkäfigversuche“, bei denen der Proband in einem speziellen Testraum komplett von Mücken umgeben ist. Schließlich müssen sich die Mittel auch draußen in Freilandversuchen beweisen. Alle Versuche werden in regelmäßigen Abständen wiederholt, um die Wirkungsdauer zu überprüfen.

Mit einem Repellent bleibt die Hand von lästigen Stichen verschont (Foto: WDR)

Mit einem Repellent bleibt die Hand von lästigen Stichen verschont (Foto: WDR)

Das in Düsseldorf entwickelte Repellent soll durchschnittlich sechs Stunden gegen Insekten schützen. Wie bei allen Mitteln ist die Wirkdauer jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig, zum einen vom Insekt: Zecken lassen sich weniger lang abwehren als Mücken. Gelbfieber-Mücken werden weniger lang abgeschreckt als Anopheles-Mücken, die Malaria übertragen können. Außerdem spielen Luftfeuchtigkeit, Temperatur oder Schweiß eine Rolle. Wer in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit unterwegs ist oder generell viel schwitzt, sollte sich häufiger einsprühen. Jeder Anwender sollte das Repellent flächendeckend aufgetragen. Vergisst man auch nur kleine Stellen wie etwa das Ohrläppchen, können Mücken, Zecken oder Stechfliegen hier ungehindert zustechen.

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