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Umweltgerechtes Wohnen von morgen – Innovatives Aktivhaus

16.03.2015, von , in Karte anzeigen

Aktivhaus mit Glasfront und klappbarer Terrasse (Foto: Zooey Braun, Stuttgart)

Aktivhaus mit Glasfront und klappbarer Terrasse

Mitten in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung, im Bruckmannweg 10, steht seit einigen Monaten das erste voll funktionierende Aktivhaus der Welt. Das zeigt uns, wie umweltgerechtes Wohnen von morgen aussehen kann. Architekt Werner Sobek hat das sogenannte Triple Zero Konzept entwickelt – das Haus soll demnach nicht nur schön und praktisch sein, es soll mehr Energie erzeugen, als es benötigt, keine Emissionen ausstoßen und es ist in allen seinen Teilen recycelbar, also produziert selbst keinen Müll. Bislang ist das Haus noch ein Forschungsprojekt, das von der Universität Stuttgart wissenschaftlich ausgewertet wird, unterstützt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Wie dieses B10 Aktivhaus funktioniert und ob es was taugt, hat unsere Reporterin Kristina Hortenbach getestet.

Aufgebaut wurde das Aktivhaus an nur einem Tag (Foto: Zooey Braun, Stuttgart)

Aufgebaut wurde das Aktivhaus an nur einem Tag

Das „B10“ wurde an nur einem Tag errichtet. Sämtliche technische Installationen, die Küche und die Sanitäranlagen mussten nur noch an die entsprechenden Anschlüsse gelegt werden und konnten sofort genutzt werden, denn alles war im Haus bereits installiert.
Für die Strom und Wärmeversorgung sorgt eine wassergekühlte Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, erzählt Werner Sobek, der Architekt des „B10“.

 

Das Elektromobil parkt mit im Haus und wird mit Solarstrom aufgeladen (Foto: Kristina Hortenbach)

Das Elektromobil parkt mit im Haus und wird mit Solarstrom aufgeladen

Und nicht nur der Mensch, sondern auch  Auto und Elektrofahrrad „wohnen“ mit im Haus. Versorgt werden die Fortbewegungsmittel mit Strom der Photovoltaik-Anlage.
Das Haus deckt bis zu 200  Prozent seines Energiebedarfs aus Solarenergie, wenn genug Sonne vorhanden ist. Es kann passieren dass Solarstrom nachts oder an düsteren Wintertagen nicht verfügbar ist. Wer dann die Waschmaschine betätigen möchte bekommt eine Empfehlung, dass man noch mit dem Waschen warten sollte.

Die E-Bikes parken im Wohnzimmer (Foto: Kristina Hortenbach)

Die E-Bikes parken im Wohnzimmer

Im Inneren des Hauses befindet sich eine bewegliche Trennwand, mit der sich der Innenraum des B10 über Schienen anders gestalten lässt. Auch der Außenbereich hat seine Tricks: die Terrasse ist in vier Segmente unterteilt, wovon jedes Segment einzeln hochgeklappt werden kann und das Haus komplett verdunkelt. Sollte man in den Urlaub fahren, ist das Haus vor jeglichen Einbrüchen sicher.
Ein Sensor erfasst die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Helligkeit des Raumes. Das Gerät übermittelt, so Johann Strandberg von der Firma alphaEOS,  jede Minute die Werte an die Alphabase Station. So kann man zum Beispiel feststellen, ob  die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist.

Die Küchenzeile - der Kühlschrank öffnet sich durch zweimaliges Klopfen (Foto: Kristina Hortenbach)

Die Küchenzeile – der Kühlschrank öffnet sich durch zweimaliges Klopfen

Sollte dies der Fall sein, bekommt man per App eine Nachricht, dass man den Raum lüften sollte, so dass kein Schimmel entstehen kann.
Die Kosten für ein solches Aktivhaus belaufen sich nach Einschätzung des Architekten Werner Sobek auf ungefähr 3000 € pro Quadratmeter.

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