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Blitzlicht gegen Keime – Neues Verfahren für die Lebensmittelsicherheit

16.12.2014, von , in Karte anzeigen

Salate in Folien sind nicht selten mit Keimen belastet (Foto: BR)

Salate in Folien sind nicht selten mit Keimen belastet

Abgepackte Salate sind bequem. Einfach den Beutel aufreißen und rein in die Schüssel. Doch was viele Verbraucher nicht wissen, in den fertigen Tüten im Supermarkt wimmelt es von Keimen. Unzählige Mikroben tummeln sich auf den Blättern oder verstecken sich in Zellspalten. Sie sind meist harmlos. Doch seit dem Ausbruch der EHEC-Epidemie sind die Lebensmittelbehörden wachsam. Das Fraunhofer Institut IVV in Freising arbeitet derzeit in einem EU-Projekt daran, wie man die schädlichen Erreger besser erkennen und abtöten kann.  Erste Forschungsergebnisse liegen nun vor. So haben die Forscher etwa mit Blitzlicht sehr gute Ergebnisse erzielt.  Reporterin Anna Küch war in Freising im Labor.

Die Forscher untersuchen die Keimbelastung von Salaten  (Foto: BR)

Die Forscher untersuchen die Keimbelastung von Salaten

Salat ist so empfindlich wie rohes Hackfleisch. Wird er im industriellen Prozess geschnitten, tritt Zellsaft aus. Ein idealer Nährstoff für schädliche Keime. Auch die hohe Luftfeuchtigkeit in einer Plastikverpackung beschleunigt das Entstehen von Erregern. Zwar achten die Hersteller von Fresh-Cut Erzeugnissen penibel auf Sauberkeit, doch ein gewisses Risiko bleibt, sagt Peter Muranyi vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung. Zusammen mit seinem Team hat Muranyi eine Blitzlicht-Lampe entwickelt, die Erreger eliminieren soll.

Salat schneiden für die Wissenschaft (Foto: BR)

Salat schneiden für die Wissenschaft

Im Labor schneidet Lebensmitteltechniker Bernd Kramer den Salat in kleine Stücke und bringt dann künstlich Erreger auf die Blätter. Dazu werden sie in eine vorbereitete Zellsuspension getaucht. Keime wie Kolibakterien, Listerien oder auch Salmonellen setzen sich an der Oberfläche fest. Das geimpfte Salatblatt wandert in die Blitzlichtmaschine. Dort sorgt hohes UV Licht in jedem Blitz dafür, dass das Erbgut der Mikroorganismen geschädigt wird. Dadurch sind die Erreger nicht mehr in der Lage, sich zu vermehren und sterben ab.

Reporterin Anna Küch lässt sich das Verfahren erklären (Foto: BR)

Reporterin Anna Küch lässt sich das Verfahren erklären

Das Verfahren ist erfolgreich. 99 Prozent der Keime werden abgetötet. Allerdings macht die Xenon-Blitzlampe keinen Unterschied ob gute oder schlechte Mikroorganismen zerstört werden. Und das Verfahren ist in der Praxis wohl ziemlich aufwendig, denn die Hersteller müssten jedes einzelne Salatblatt beblitzen, um wirklich alle Bakterien zu erwischen.

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