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Angstfrei im Krankenhaus – Intensivstation der Zukunft

09.12.2014, von , in Karte anzeigen

1) Warme Holztöne und eine beleuchtete Decke dominieren das Intensivzimmer der Zukunft (Foto:SWR)

Warme Holztöne und eine beleuchtete Decke dominieren das Intensivzimmer der Zukunft

Menschen, die auf einer Intensivstation liegen, sind schwer krank: Sie haben etwa einen Unfall oder eine lange Operation hinter sich. Wenn sie aus der Narkose erwachen, sind sie oft desorientiert. Angst machen dann häufig auch die ganzen Apparate, Schläuche, Monitore im Zimmer. Auf der Intensivstation der Zukunft soll es daher sanfter zugehen: Beatmungsgeräte und Schläuche verschwinden hinter getäfelten Wänden, die Geräuschkulisse wird gedämmt. An der Berliner Charité haben Mediziner und Architekten so eine Intensivstation entwickelt. Thomas Gith hat sich als Simulationspatient dorthin begeben.

Vom Bett blicken die Patienten auf die beleuchtete Decke - und in den dahinter liegenden Kontrollraum (Foto:SWR)

Vom Bett blicken die Patienten auf die beleuchtete Decke – und in den dahinter liegenden Kontrollraum

Statt auf eine weiß getünchte Decke blickt der Patient hier auf eine Art Leuchtschirm. Durch zahlreiche hinter dem Leuchtschirm montierte LED-Lampen kann der Patient die Deckenbeleuchtung selbst steuern. So lassen sich etwa farbige Punkte mit Hilfe eines Tablet-Computers an der Decke verschieden oder grüne Blätter auf dem Leuchtschirm abbilden.

Schläuche und Beatmungsgeräte verschwinden so gut es geht hinter Holzwänden (Foto: SWR)

Schläuche und Beatmungsgeräte verschwinden so gut es geht hinter Holzwänden

Die Patienten haben so die Möglichkeit, spielerisch ihre Konzentrations-fähigkeit zu verbessern. Außerdem können sie eine angstlösende Stimmung auf den Leuchtschirm legen: Ein grafisch simuliertes Blätterdach etwa beruhigt die Patienten, wissen die Ärzte. Und angstfreie Patienten haben bessere Genesungschancen.

Wichtig im Intensivzimmer der Zukunft ist auch, dass es möglichst leise zugeht. Lärmende Arbeitsschritte werden daher aus dem Intensivzimmer in einen dahinter liegenden Kontrollraum verlagert.

Vom Kontrollraum kann Arzt Alawi Lütz ins Intensivzimmer blicken (Foto: SWR)

Vom Kontrollraum kann Arzt Alawi Lütz ins Intensivzimmer blicken

Durch ein Panoramafenster kann man vom Kontrollraum direkt in das Intensivzimmer blicken. Die Patienten können sich so jederzeit bemerkbar machen. Sie brauchen nur den Arm zu heben und das medizinische Personal kommt gleich zu ihnen ans Bett.

Das Intensivzimmer der Zukunft erspart den Patienten damit viel Stress. Und: Teurer als ein normales Intensivzimmer ist es laut den Forschern der Berliner Charité nicht.

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