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Leichen im Keller – Forschung in der Gruft

01.12.2014, von , in Karte anzeigen

Eingang zur Gruft der Reformierten Kirche Loga (Foto: NDR)

Eingang zur Gruft der Reformierten Kirche Loga

Es klingt gruselig und makaber. Ist aber eine seriöse Forschung. Drei Archäologen aus Norddeutschland sind spezialisiert auf die Untersuchung von Särgen und Leichen in Grüften. Und das unter Schlössern oder Kirchen. Das  Ziel der Forscher: Sie wollen heraus bekommen, wer die Toten waren, die dort zu finden sind. Und wie genau sie beigesetzt wurden. Jens Wellhöner hat die Wissenschaftler begleitet – in der Gruft unter einer Reformierten Kirche von Loga, einem Stadtteil von Leer in Ostfriesland:

Sargreste in der Gruft von Loga (Foto: NDR)

Sargreste in der Gruft von Loga

Mit einer Maurerkelle kehren die Forscher einen Schutthaufen zusammen, den sie in dem niedrigen Gewölbe der Gruft vorgefunden haben: Um die Archäologen herum liegen Trümmer, als hätte eine Riesenfaust alle Särge in der Gruft zerschmettert.
Am Ende des 2.Weltkriegs haben Soldaten die Gruft geplündert und verwüstet, auf der Suche nach wertvollen Grabbeigaben.

Die Reformierte Kirche von Loga

Die Reformierte Kirche von Loga

Jetzt soll die Gruft renoviert werden. Aber vorher hat die Kirchengemeinde die Gruftforscher um Hilfe gerufen:
Die Archäologen sollen alles, was in der Gruft liegt, wissenschaftlich dokumentieren, durch Fotos und Zeichnungen. Zwei noch fast unversehrte Metallsärge konnten die Archäologen aus der Gruft bergen, die übrigen sechs Holzsärge sind zertrümmert.

Griff eines Kindersarges (Foto:NDR)

Griff eines Kindersarges

Die Überreste der Toten im großen Schutthaufen zu finden ist eine mühsame Kleinarbeit.
Dabei entdecken die Forscher manchmal auch kuriose Grabbeigaben. Zum Beispiel Hopfen wurde den Toten manchmal in den Sarg mitgegeben. Hopfen wirkt schlaffördernd, wahrscheinlich sollte er den Übergang zum „ewigen Schlaf“ symbolisieren.

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