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Medizin der Zukunft – Der vernetzte Forschungs-Operationssaal

25.11.2014, von , in Karte anzeigen

Forschungsoperationssaal der TU München

Forschungsoperationssaal der TU München

Wer selbst unter blendenden Scheinwerfern, umringt von Ärzten in grünen Kitteln in einem Operationssaal liegt, ist sicher ganz froh, von allem, was da um ihn herum läuft, nicht viel mitzubekommen. Wieviel Hi-Tech in einem Operationssaal heute steckt, wird dem Patienten also meistens entgehen. Im Klinikum rechts der Isar der TU München ist vor kurzem ein Forschungs-Operationssaal eingerichtet worden, der das Operationsteam mit viel moderner Technik bei der Arbeit unterstützen soll. Roland Söker hat sich für die Durchblicker-Reportage zwar nicht unters Messer gelegt. Er hatte aber die Gelegenheit, Professor Hubertus Feußner und seinem Team bei einer Tumor-Operation über die Schulter – bzw. auf den Bildschirm zu schauen.

Operation am Phantom

Probeoperation am Phantom

Professor Hubertus Feußner und sein Team führen dort eine Probe-Operation durch: Einem sogenannten „OP-Phantom“, einer täuschend echten Puppe, soll heute ein Magenkarzinom entfernt werden. Als erstes fallen die zwei Bildschirme auf, die über dem Operationstisch hängen. Sie geben die zwei „visuellen Welten“ der beteiligten Spezialisten wieder: Der eine Bildschirm zeigt die Bilder der Endoskopie, also den Magen von innen, der andere Bildschirm die Bilder der Operation von außen. Dadurch können sich die beiden bei der genauen Lokalisierung des Tumors besser ergänzen.

Neueste Technik im OP-Saal

Neueste Technik im OP-Saal: Ein Bildschirm zeigt die Bilder der Endoskopie

Bevor die Operation beginnt, wird der High-Tech-Operationssaal genau auf die Bedürfnisse des Teams eingestellt. Die Höhe und Neigung des OP-Tisches, die Beleuchtung – alles kann über ein Tablet zentral gesteuert werden. Auch sind alle Informationen, die über den Patienten vorliegen, sofort abrufbar. Auf dem einen Bildschirm wird bei Bedarf zum Beispiel die Computertomografie aus der Voruntersuchung sichtbar, die während der Operation Vergleiche mit dem Ist-Zustand ermöglicht.

Videokonferenz mit dem Pathologen der Klinik

Videokonferenz mit dem Pathologen der Klinik

Unmittelbar nachdem Professor Feußner den Tumor entfernt hat, wird das Gewebe per Rohrpost in die Pathologie des Klinikums geschickt. Noch während der Operation meldet sich der Pathologe, zeigt seine Mikroskop-Bilder über den Bildschirm und erläutert seinen Befund. Anhand dieser Informationen könnte bei Bedarf gleich nachoperiert werden. Auch andere Spezialisten könnten auf diese Weise im High-Tech-OP zugeschaltet werden.

Roland Söker im OP-Saal

Roland Söker im OP-Saal

Die gesamte Visualisierung und Vernetzung unterstützt den Operateur und sein Team, die sich dadurch auf das Wesentliche konzentrieren können: auf die Operation. Der High-Tech-Operationssaal wird schon im täglichen Klinik-Betrieb eingesetzt, soll aber laufend weiterentwickelt werden.

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