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Schwarzkittel mir GPS – Wildschweinen auf der Spur

17.11.2014, von , in Karte anzeigen

Die Antenne kommuniziert mit dem GPS-Halsband. So kann Milena Stillfried das Halsband per Fernsteuerung öffnen. (Foto: Julai Beißwenger/WDR)

Die Antenne kommuniziert mit dem GPS-Halsband. So kann Milena Stillfried das Halsband per Fernsteuerung öffnen.

Seit Jahrzehnten wächst die Zahl der Wildschweine in Deutschland. Die Tiere verbreiten sich vor allem dort, wo  Mais angebaut wird. Sie fressen aber auch gerne Raps, Eicheln und Käferlarven.  Wildschweine erobern Wälder, Parklandschaften und sogar Städte – Berlin gilt als Hauptstadt der Wildschweine. Hier erforschen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung den Lebensraum der Tiere. Sie wollen herausfinden, wo genau die Wildschweine fressen und schlafen. Dafür fangen sie Wildschweine und legen ihnen ein GPS-Halsband an. Mit ihm können die Forscher das jeweilige Schwein jederzeit orten, außerdem speichert das Halsband auf einem Chip die Bewegungsmuster des Tieres. Die Wissenschaftler gehen regelmäßig in den Wald und sammeln Halsbänder wieder ein. Julia Beißwenger war dabei.

Constantin Börner hält eine Antenne in die Luft, mit deren Hilfe er das abgefallene Halsband sucht. (Foto: Julia Beißwenger/WDR)

Constantin Börner hält eine Antenne in die Luft, mit deren Hilfe er das abgefallene Halsband sucht.

Um das Halsband eines Wildschweins zu öffnen, muss sich Milena Stillfried vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in der Nähe des Tieres aufhalten. In diesem Fall ist es ein Keiler, der seinen Schlafplatz neben einer Badestelle hat, die im Sommer oft von Menschen genutzt wird. Die Wildtierbiologin drückt auf den roten Knopf eines Sendegeräts. Eine Antenne funkt das Auslösesignal zum Tier, so dass sich sein Halsband öffnet und zu Boden fällt.

Milena Stillfried hat das Halsband gefunden (Foto: Julia Beißwenger/WDR)

Milena Stillfried hat das Halsband gefunden

Da die Biologen das Wildschwein nicht sehen, müssen sie das runtergefallene Halsband suchen. Constantin Börner hält dafür eine Antenne mit angeschlossenem Empfänger in den Händen. Der Empfänger tutet rhythmisch. Umso näher die Forscher dem Halsband kommen, desto lauter wird das Tuten. Auf diese Weise werden die Forscher fündig.

Die Wildtierbiologen sind mit der Suche zufrieden. (Foto: Julia Beißwenger/WDR)

Die Wildtierbiologen sind mit der Suche zufrieden.

Das Halsband liegt zwischen Schilfhalmen auf dem Waldboden. Es ist gelb und natürlich schmutzig. In einer grauen Box ist die GPS-Technik untergebracht, in einer schwarzen Box die Batterie. Im Büro werden die Biologen die Daten vom Chip des Halsbandes runterladen. Anschließend erhält es einen neuen Schließmechanismus. Es kann dann einem anderen Wildschwein angelegt werden.

Wildschweine erobern die Wälder und Städte (Foto: dpa)

Wildschweine erobern die Wälder und Städte

Erste Erkenntnisse: Wildschweine schlafen gern in der Nähe von Straßen, weil sie dort seltener von Fußgängern und Hunden gestört werden, Straßenlärm scheint sie nicht zu irritieren. „Stadtwildschweine“ sind weniger scheu als die auf dem Lande lebenden. Sie finden auf engem Raum alles Notwendige. Wenn man die Lebensgewohnheiten der Wildschweine heute besser versteht, dann lassen sich Wildunfälle mit den massigen Tieren leichter verhindern, so hoffen die Wissenschaftler. Denn sie sind in vielen Regionen inzwischen am häufigsten von allen Wildtieren in Zusammenstöße mit Autos verwickelt.

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