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Bambus macht mobil – Fahrräder aus nachwachsenden Rohstoffen

20.10.2014, von , in Karte anzeigen

Zoltan Müller-Karpe baut an einem Bambusrahmen (Foto: SWR)

Zoltan Müller-Karpe baut an einem Bambusrahmen

Einen Gepäckträger aus Holzfunier und Fahrradspeichen aus einem Bambus-Hanf-Gemisch gibt es bereits: Denn an der Technischen Universität Berlin entwickeln Studenten in einem selbstorganisiertem Projekt Fahrräder aus nachwachsenden Rohstoffen. In einer großen Produktionshalle, neben Werkbänken und Industrierobotern, haben sie eine kleine Nische, in der sie an ihren Rädern bauen und forschen. Größte Herausforderung derzeit: Die Studenten wollen das Epoxidharz ersetzen, mit dem die Teile an herkömmlichen Holzrädern verbunden sind. Thomas Gith hat Sie in ihrer Werkstatt besucht und sich auf Probefahrt mit ihren Rädern gemacht.

Noch sind Holz und Metall zusammen verbaut - künftige  Modell sollen nur noch aus Holz sein (Foto: SWR)

Noch sind Holz und Metall zusammen verbaut – künftige Modell sollen nur noch aus Holz sein

Ein Fahrrad mit Bambusrahmen haben die Studenten bereits gebaut. Ganz neu ist das nicht. Allerdings: Bisher werden die einzelnen Bambusrohre mit umweltschädlichem Epoxidharz verbunden. Zoltan Müller-Karpe erforscht derzeit, ob sich auch ein Gemisch aus Kiefernharz eignet, um den Rahmen stabil zu verkleben. Den mit Kohlenstaub und Bienenwachs gemischten Kiefernharz trägt er auf die Nahtstellen auf. Anschließend kommen mehrere Schichten Flachsfasern darüber, die erneut mit Kiefernharz bestrichen werden.

Kiefernharz-Kleber wird auf die Nahtstellen des Rahmens aufgetragen (Foto: SWR)

Kiefernharz-Kleber wird auf die Nahtstellen des Rahmens aufgetragen

Erste Tests zeigen: Die Verbindungen sind stabil, der Kleber aus Kiefernharz verbindet die einzelnen Bambusrohre fest zu einem stabilen Fahrradrahmen. Professionelle Belastungstests sollen folgen, sobald die ersten Bambusräder mit Kiefernharz fertig produziert sind.

Denn die Bambusrohre an sich halten einiges aus. Thomas Finger, der das Forschungsprojekt ins Leben gerufen hat, fährt bereits seit zwei Jahren mit einem selbstgebauten  Bambusrad umher. Zimperlich war er dabei nicht: Um zu testen, was das Rad aushält, ist er mehrfach eine lange Treppe runtergefahren – dem Rad hat das nicht geschadet.

Fährt seit Jahren zuverlässig - das selbstgebaute Bambusrad von Thomas Finger (Foto: SWR)

Fährt seit Jahren zuverlässig – das selbstgebaute Bambusrad von Thomas Finger

Auch eine Probefahrt zeigt: Das Bambusrad ist stabil und fährt sich gut. Wer ordentlich in die Pedalen tritt, vergisst sogar, dass er auf einem Bambusgefährt sitzt. Nur der Lenker erinnert einen daran: Denn statt auf kaltes Metall oder auf Plastikgriffe, fasst der Fahrer auf Bambusrohre. Und die fühlen sich natürlicher an als jeder Kunststoffgriff.

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