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Rekordverdächtig: Elektroauto mit 600 PS

07.08.2014, von , in Karte anzeigen

Testfahrt im Mobile (Foto: NDR)

Testfahrt im Mobile

Von 0 auf 100 in drei bis vier Sekunden – das Forschungsfahrzeug „Mobile“ hat mit 600 PS echte Rennwagenqualität und ist damit eines der leistungsstärksten Elektroautos der Welt. „Mobile“, so heißt der an der Technischen Universität Braunschweig entwickelte Elektroflitzer und der kann noch viel mehr: Weltweit einzigartig ist, dass jedes Rad über einen eigenen Lenkmotor individuell angesteuert werden kann. Dadurch kann der Fahrer die Räder nicht nur vorne, sondern auch hinten einschlagen und diagonal fahren. Alle Befehle des Fahrers, auch das Bremsen und Lenken werden elektronisch über Kabel übertragen. Das unterscheidet „Mobile“ von herkömmlichen Elektroautos, die  zwar elektronisch angetrieben werden, aber mechanisch bremsen und lenken. Doch was passiert, wenn ein Computerfehler auftritt und dadurch eine Bremse blockiert? Das wollen die Forscher bei einer Testfahrt herausfinden. Das Ziel ist es, ein Notfallassistenzsystem zu entwickeln. Durchblickerreporterin Carmen Woisczyk war dabei.

Mobile hat bisher keine Karosserie(Foto: NDR)

Mobile hat bisher keine Karosserie – die Kabel liegen frei im Fahrzeug

„Mobile“ hat keine Karosserie: Motorhaube und Windschutzscheibe fehlen. Im Cockpit sind mehrere Computerbildschirme verbaut und überall sind Kabel zu sehen, die die Befehle des Fahrers übertragen. So kann zum Beispiel der Befehl „Bremsen“ per Mausclick an das Fahrzeug übermittelt werden.
In einer ersten Testfahrt löst der Forscher bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h absichtlich einen Fehler aus: Die Bremse vorne rechts blockiert, und das Fahrzeug bricht aus der Geradeausspur aus.

Die Bremsen sind elektronisch über Kabel bedienbar

Die Bremsen sind elektronisch über Kabel bedienbar

Bei einer zweiten Testfahrt wird der Fehler „Bremse vorne rechts blockiert“ erneut bei Tempo 30 ausgelöst. Diesmal reagiert der Fahrer jedoch mit einer Gegenlenkbewegung und kann das Forschungsfahrzeug besser in der Spur halten.
Die Daten der Testfahrten werden aufgezeichnet und im Labor in ein Simulationsprogramm eingegeben. Mit einem virtuellen Modell des Fahrzeugs im Rechner können die Forscher weitere Versuche durchführen. So müssen Sie das Verhalten des Fahrzeugs nicht bei jedem Fehler real testen. Das wäre auch viel zu gefährlich – zum Beispiel bei höheren Geschwindigkeiten und Kurvenfahrten.

Die Daten der ersten Testfahrt werden im Computer analysiert

Die Daten der ersten Testfahrt werden im Computer analysiert – Der rote Pfeil zeigt an, dass bei 23 Metern die Bremse blockiert hat

Die Forscher simulieren zudem verschiedene Bedingungen wie Eis und Schnee auf der Fahrbahn und können das Fahrverhalten von Mobile perfekt nachahmen. Die realen Testfahrten liefern die Datengrundlage dafür. Schließlich programmieren Sie eine Software, die bei Fehlern eingreifen kann. Sie entwickeln ein Notfallassistenzsystem, das wiederum in realen Fahrversuchen getestet werden soll.

 

 

 

Video: Testfahrt mit dem „Mobile“
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