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Studenten aus Trier bauen Sparautos der Zukunft

24.06.2014, von , in Karte anzeigen

Durchblicker-Reporterin Doris Schmitz-Geisthardt darf auch mal ans Steuer des Aeris  (Foto:SWR)

Durchblicker-Reporterin Doris Schmitz-Geisthardt darf auch mal ans Steuer des Aeris

Die meisten herkömmlichen Autos sind zu schwer, verbrauchen zu viel Energie, sei es Benzin oder Strom. Seit Jahren tüfteln Ingenieure am sparsamen Automobil, und Studenten der Hochschule Trier haben einen neuen Rekord aufgestellt: Ihr ultraleichtes Elektro-Fahrzeug benötigt um 3000 Kilometer weit zu fahren nur die Energie, die einem Liter Benzin entspricht . Klingt unglaublich, ist aber wahr. Doris Schmitz-Geisthart hat die jungen Tüftler besucht:

Florian Deuscher, Tim Junk und Felix Müllenbacher vom Team der Hochschule Trier vor ihrem ProTRon IV  (Foto: SWR)

Florian Deuscher, Tim Junk und Felix Müllenbacher vom Team der Hochschule Trier vor ihrem ProTRon IV

Es ist unvorstellbar aber machbar: Autos zu bauen, die mit wenig Energie einige tausend Kilometer weit fahren können. Die Studenten des „Protron-Teams“ der Hochschule in Trier bauen solche Sparautos. Sie heißen „Aeris“, „Protron IV“ oder „Evolution“. Mit ihren Elektrofahrzeugen sind die Maschinenbau- und Elektrotechnikstudenten schon weit gekommen.

Der futuristisch aussehende „Protron IV“ fährt mit einem Energieäquivalent von einem Liter Superbenzin 3.500 Kilometer weit,  käme also von Deutschland bis Nordafrika. Das Zweisitzer-Modell „Aeris“ schafft gut 3000 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit der Autos liegt bei rund 30 Stundenkilometern. Mit den beiden Modellen hat das Team erst kürzlich beim Shell Eco Marathon in Rotterdam teilgenommen und tolle Erfolge erzielt.

Der Protron IV auf der Rennstrecke in Rotterdam (Foto: Uni Trier)

Der Protron IV auf der Rennstrecke in Rotterdam

Bei dem Wettbewerb traten 200 Mannschaften in 12 verschiedenen Kategorien an. Das Trierer Team schaffte es mit dem „Aeris“ als  Urban Concept-Wagen auf Platz 2. Er hat zwei Elektromotoren im Radkasten. Zusätzlich wird Energie über Solarzellen auf dem Dach erzeugt. Der „Protron IV“ erreichte in der Kategorie der Prototypen Platz 3.  Er fährt mit zwei Elektromotoren, angetrieben von einer Brennstoffzelle.

Es müssen keine schweren Autositze sein (Foto: SWR)

Prof. Dr. Ing. Hartmut Zoppke und seine Studenten bevorzugen Sitzschalen aus ultraleichten Materialien

Das Geheimnis der aerodynamischen Sparautos: Leicht müssen sie sein. Deshalb werden herkömmliche Baumaterialien durch einen intelligenten Einsatz von Werkstoffen wie Kohlefasern und Naturfasern ersetzt. „Ein Auto muss kein zweites Wohnzimmer sein“, meint Prof. Ing. Hartmut Zoppke. Er hat 2006 das Projekt Protron ins Leben gerufen. Energieeffiziente Autos würden in den nächsten Jahrzehnten immer wichtiger werden, davon ist Prof. Zoppke überzeugt. Denn: „Rohstoffe werden angesichts der steigenden Weltbevölkerung knapper werden.“

Vorarbeit am Rechner (Foto: SWR)

Ohne Vorarbeit am Rechner geht nichts. Florian Deutscher bei der Analyse der Luftströmung für den Evolution

Im nächsten Jahr wollen die Studenten mit ihrem neusten Modell, dem „Evolution“ durchstarten. Er soll auf der Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt vorgestellt werden. Der „Evolution“ war ursprünglich ein handelsüblicher Kleinwagen. Die Karosserie und die Innenausstattung werden durch den Austausch von leichten Materialien deutlich an Gewicht verlieren, ein Elektromotor wird den Verbrennungsmotor ersetzen. Das neue Sparauto soll eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometern erreichen und mit einer Akkuladung 60 km weit fahren können. Mit dem „Evolution“ will das Team Protron Automobilhersteller und Verbraucher zum Nachdenken anregen.

 

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