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Intelligenz bei Affen: Kopfrechnen mit Lemuren

16.06.2014, von , in Karte anzeigen

Braunschweiger Primatologen untersuchen die Intelligenz von Lemuren  (Foto: WDR)

Braunschweiger Primatologen untersuchen die Intelligenz von Lemuren

Ein Blauwal hat im Bezug auf seine Körpergröße nur ein winziges Gehirn: Es macht gerade mal 0,01 Prozent seiner Körpermasse aus. Bei einer Spitzmaus sind es dagegen 10 Prozent. Aber macht ein großes Gehirn auch besonders schlau? Am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen gehen Biologen dieser Frage nach. Sie untersuchen, wie intelligent Lemuren sind. Lemuren sind kleine Affen. Ihr Gehirn ist in Bezug auf ihre Körpergröße relativ klein – kleiner als das vieler anderer Affenarten wie zum Beispiel das von Schimpansen. Aber sind sie deshalb auch weniger schlau? Carmen Woisczyk war beim Affenintelligenztest dabei.

Können Lemuren einfache Rechenaufgaben lösen? (Foto: WDR)

Können Lemuren einfache Rechenaufgaben lösen?

In einem Freigehege des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen springen 6 Kattas von Ast zu Ast. Diese etwa katzengroßen Äffchen gehören zur Gruppe der Lemuren. Ihr langer schwarz-weiß geringelter Schwanz und ihre markanten orange-braunen Augen machen sie unverwechselbar. Die Tiere sind sehr neugierig und kommen sofort an den Zaun. Dort haben die Wissenschaftler einen Tisch aufgebaut und stellen zwei Plastikteller darauf. Dann werden auf  einen Teller fünf Bauklötzchen gelegt und auf den anderen drei. Nun soll ein Tier die Klötzchen zählen und mit der Hand auf den Teller zeigen, auf dem mehr liegen.

Die Lemuren haben bei Claudia Fichtel die Qual der Wahl (Foto: WDR)

Die Lemuren haben bei Claudia Fichtel die Qual der Wahl

Denn in diesem Test wird das Zahlenverständnis untersucht. Die Bauklötzchen sind außerdem unterschiedlich groß, so dass der Affe nicht einfach nur eine größere Oberfläche wählt, sondern tatsächlich zählen muss. Beim ersten Versuch zeigt der Affe auf den Teller mit fünf Klötzchen und bekommt für das richtige Ergebnis ein Stück Banane zur Belohnung. Dann wird der Versuch mit einer anderen Anzahl von Klötzchen wiederholt.
Manchmal haben sich die Affen bei dem Versuch auch verzählt. Es dauert aber nicht lang, dann zeigen sie aber wieder auf den richtigen Teller und lecken sich schmatzend alle Finger ab, nachdem sie ihre Belohnung bekommen haben.

Richtig gewählt? (Foto: WDR)

Richtig gewählt?

Die Biologen notieren das Ergebnis und wollen den Versuch in den nächsten Tagen und Wochen mit insgesamt 30 Kattas mehrmals wiederholen, um ihre durchschnittliche Intelligenz zu ermitteln. Außerdem wollen die Wissenschaftler auch das  räumliche Denken und weitere Faktoren für die Intelligenz der Tiere in anderen Versuchen testen. Das Ergebnis soll später  mit dem von anderen Affenarten verglichen werden, wie zum Beispiel den Ergebnissen von Schimpansen und Orang Utans.

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