. .

Ein Projekt von: BR | NDR | SWR | WDR

DocLab – Lehr-Rettungswagen in Tübingen

26.05.2014, von , in Karte anzeigen

Im DocLab-Rettungswagen ist Teamarbeit gefragt (Foto: Ulrike Mix)

Im DocLab-Rettungswagen ist Teamarbeit gefragt

Niemand wünscht es sich, doch es passiert schneller als man denkt: Man hat einen Unfall, eine Pilzvergiftung oder kippt um, weil man schlicht starken Durchfall hat – und schon kommt ein Krankenwagen mit Blaulicht angerauscht. Notarzt und Sanitäter kümmern sich um einen – auf einer Liege wird man hinein geschoben in die fahrende Notfallstation. Mit Ideen von Romantik oder Heldentum aus Arztserien, hat das, was im Krankenwagen passiert nichts zu tun. Es ist eine Stress-Situation, in der jeder das Richtige tun muss.
Tübinger Medizinstudenten können diese Stress-Situation üben: In einem Lehr-Rettungswagen an einer Puppe. Der Rettungswagen steht in einem Gebäude – draußen können die Kommilitonen beim Einsatz zuschauen. Die Patienten-Puppe wird per Computer gesteuert und kann verschiedenste Notfallszenarien simulieren. Ulrike Mix hat einen Rettungseinsatz mitgemacht.

Lehrpuppe im Schockzustand (Foto: Ulrike Mix)

Lehrpuppe im Schockzustand

Ein Mann mit einer Allergie gegen Bienengift ist von einer Biene in den Hals gestochen worden. Er atmet röchelnd; klagt über Schwindel. Für einen Notarzt und sein Team eine Situation, die jeden Augenblick eskalieren kann: Ein Schock kann dazu führen, dass der Kreislauf des Mannes wegsackt und er in einen lebensbedrohlichen Zustand gerät.

Proben für den Ernstfall (Foto: Ulrike Mix)

Proben für den Ernstfall

Wie geht man als Medizinstudent und später als Notarzt mit einer solchen Stress-Situation um? Das sollen und können Tübinger Medizinstudenten bereits im Studium üben. Im sogenannten DocLab gibt es einen Raum, in den ein Krankenwagen integriert ist. Die Rolle des Patienten übernimmt eine Puppe, die man über einen Computer steuern kann. Herzfrequenz, Atmung, Ohnmacht – alles per Knopfdruck.
Christoph und Franzi studieren Medizin – und versorgen den Patienten mit dem Bienenstich. Sauerstoffmaske, Infusion, Medikamente. Trotzdem klappt er zusammen. Sein Herz beginnt zu flimmern. Es wird lebensbedrohlich.

Verschiedene Szenarien stellen das Rettungsteam vor immer neue Herausforderungen. (Foto: Ulrike Mix)

Verschiedene Szenarien stellen das Rettungsteam vor immer neue Herausforderungen.

Zwei Kommilitonen, die außerhalb des Krankenwagens am Computer sitzen, verfolgen jeden Handgriff des Notarztteams. Sie haben dafür gesorgt, dass die Situation eskaliert. So sollen die Studenten im Krankenwagen lernen, in Stress-Situationen den Überblick zu behalten. Sie sollen klar miteinander kommunizieren und möglichst wenig Fehler machen – und sie sollen Routine entwickeln bei den Abläufen. Später wird der simulierte Notarzt-Einsatz besprochen, damit die Medizinstudenten aus Fehlern lernen.
Bei Christoph und Franzi führen Herzdruckmassage und Beatmung nicht weiter. Der Defibrillator wird geladen. „Weg vom Patienten!“ Ein kurzer Stromschlag. Danach schlägt das Herz der Puppe wieder regelmäßig. Die Medikamente haben angeschlagen. Der Patient bekommt wieder besser Luft.
Stress-Situation gemeistert. Alle atmen durch.

Share

Schreibe einen Kommentar

*

Kartendarstellung

Karte
 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2019