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Die Heuneburg – Auf den Spuren der Kelten

03.12.2013, von , in Karte anzeigen

Ralf Hartmayer bei Ausgrabungen an der Heuneburg

Ralf Hartmayer bei Ausgrabungen an der Heuneburg

Im Donautal in der Nähe von Sigmaringen gibt es einen Ort, der Archäologen seit Jahrzehnten fasziniert: Die Heuneburg. Sie war vor 2500 Jahren – während der Eisenzeit – ein mächtiges Zentrum der Kelten; sie gilt als die älteste Stadt nördlich der Alpen. Seit den 1950er Jahren wurden auf der Heuneburg bei Grabungen immer wieder Aufsehen erregende Entdeckungen gemacht. Und auch jetzt sind die Archäologen des baden-württembergischen Landesamtes für Denkmalpflege dort wieder einer Sensation auf der Spur: Sie haben unterhalb der Burg Knochenreste entdeckt. Wild durcheinander liegende Einzelteile. Worum es sich dabei handelt, weiß keiner – klar ist nur: So etwas hat man bei den Kelten noch nie gesehen. Ulrike Mix über ein 2500 Jahre altes Rätsel.

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Woher die Knochen stammen ist noch unklar

Die Knochen liegen als Einzelteile wild durcheinander: ein Lendenwirbel, ein abgehacktes Bein, einige Rippen. Offenbar von verschiedenen Personen. So etwas hat man bei den Kelten der Eisenzeit noch nie gesehen. Niemand weiß, worum es sich handelt. Da einige der Knochen von Kindern stammen, glaubt Ralf Hartmayer vom Landesdenkmalamt nicht, dass hier die Opfer einer Schlacht liegen.

Die wiederaufgebauten Häuser und die Lehmziegelmauer der Heuneburg

Die wiederaufgebauten Häuser und die Lehmziegelmauer der Heuneburg

Auch die Theorie, dass die Toten vielleicht achtlos von der Burgmauer herunter geworfen wurden, überzeugt ihn nicht. Möglicherweise befand sich unterhalb der Burg eine Art Friedhof – eine Kultstätte, an der die Bewohner der Heuneburg ihre Toten auf Pfählen aufgespießt haben.

Etwas Ähnliches kennt man aus späteren Befunden in Frankreich. Die Toten hingen an den Pfählen, bis sie verwest waren und Stück für Stück auseinanderfielen.

Bei den Ausgrabungen freigelegte menschliche Wirbelknochen

Bei den Ausgrabungen freigelegte menschliche Wirbelknochen

Anders als heute, habe man den das damals wohl nicht als makaber empfunden. Der Weg vom Leben ins Jenseits sei möglicherweise eher als spannende Reise gesehen worden. Dass die Toten auf ihren Pfählen gestunken haben müssen, fiel vermutlich nicht ins Gewicht, so Hartmayer – in einer Stadt ohne Kanalisation, in der jeder sein Geschäft vor dem Haus erledigt hat.

 

 

Mehr zum Thema: www.swr.de/kelten/

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Kommentare zu „Die Heuneburg – Auf den Spuren der Kelten“

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  1. Barbara Tolle
    schreibt am 6. Mai 2016 12:51 :

    Hallo,
    ich beziehe mich auf die Facebookseite https://www.facebook.com/groups/archaelogie.in.deutschland/permalink/10154059331109336/?comment_id=10154059363949336&reply_comment_id=10154061157489336&notif_t=group_comment_reply&notif_id=1462471159463565 und habe folgende Fragen an Sie:

    1. Was bedeutet der Name „Heuneburg“?
    2. Warum haben zwei nur wenige Kilometer voneinander entfernte Anlagen denselben Namen, die bekannte Heuneburg bei Herbertingen und die kaum bekannte Große Heuneburg bei Upflamör?
    Für eine Antwort bin ich Ihnen im Namen der FB-Gruppe „Archäologie in Deutschland“ sehr verbunden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Barbara Tolle

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