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Fit für den Mars: Robotertechnik im Test

29.10.2013, von , in Karte anzeigen

Dipl.-Ing. Thomas Krüger vom Institut für Flugführung der TU Braunschweig mit dem Quadrocopter (Foto: NDR)

Dipl.-Ing. Thomas Krüger vom Institut für Flugführung der TU Braunschweig mit dem Quadrocopter

Gibt es Wasser und damit vielleicht auch Leben auf dem Mars? Diese Frage könnte schon bald beantwortet werden mit Hilfe von unbemannten Robotern. Ein ganzer Schwarm aus Flug- und Bodeneinheiten soll die Marsoberfläche erkunden und vor allem dort nach Wasser suchen, wo bisherige Marsmissionen scheiterten: In bis zu 7 Kilometer tiefen Schluchten, Kratern und Höhlen des größten Mars-Canyons  –  dem Valles Marineris. Die Technik für diese schwierige Mission entwickeln Wissenschaftler vom Institut für Flugführung der TU Braunschweig. Sie sind Teil eines einzigartigen Verbundprojekts, mit dabei sind auch Forscher des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt, sowie der TU München. Unsere Reporterin Carmen Woisczyk war bei einem Testlauf der Roboter auf einem dem Mars sehr ähnlichen Gelände in Braunschweig dabei.

Vor dem Testlauf wird die Technik noch einmal überprüft. Oben auf dem Bodenroboter ist der Laserscanner angebracht (Foto: NDR)

Vor dem Testlauf wird die Technik noch einmal überprüft.

Am Rande einer Kieskuhle schwebt ein Modellflugzeug, ein so genannter Quadrocopter in der Luft. Er ist etwa so groß wie ein Autoreifen, wird von vier Rotoren an der Oberseite angetrieben und soll das Gelände mit einem Laserscanner erkunden. Informationen zum Beispiel über sandige Abgründe oder unüberwindbare Hindernisse in der Kieskuhle sendet der fliegende Roboter an ein Bodenfahrzeug.

Ziel des Projektes ist es, die bis zu 7 Kilometer tiefen Schluchten, Krater und Höhlen des größten Mars-Canyons  –  dem Valles Marineris - zu erkunden. (Foto: ESA)

Roboter sollen den größten Mars-Canyon erkunden

Dieser zweite Roboter dagegen  ist etwa so groß wie zwei Schuhkartons, gräbt sich auf vier profilstarken Reifen durch den Sand und scannt seine Umgebung ebenfalls mit einem hochsensiblen Laser. Thomas Krüger und sein Team vom Institut für Flugführung der TU Braunschweig können die Umgebungsbilder der Laserscanner auf dem Computerbildschirm sehen und den Datenaustausch zwischen Boden- und Flugroboter verfolgen. Sie sind zufrieden mit dem Testergebnis: Es geht um die Erkundungs-  und Kommunikationsfähigkeit der Roboter.  Die von den Wissenschaftlern entwickelten Laserscanner und die Technik für die Kommunikation haben gut funktioniert.

Krüger und sein Team steuern die Roboter mit Fernbedienungen (Foto: NDR)

Krüger und sein Team steuern die Roboter mit Fernbedienungen

Die Daten sind die Grundlage für die weitere Entwicklung von Technologien: Im Testlauf wurden die beiden Roboter zwar noch mit Fernbedienungen gesteuert, doch die selbstständige Navigation ist ein weiteres Ziel des Projektes und notwendig für eine erfolgreiche Marsmission. Denn es dauert rund eine Stunde, bis ein Befehl von der Erde auf dem Mars ankommt. Für unbemannte Flugroboter ohne automatische Navigation ist das zu lange, sie würden abstürzen. Das ist auch der Grund dafür, dass bisher nur teilautomatische Bodenfahrzeuge auf den Mars geschickt worden sind. Noch gibt es keine zuverlässige Technik, um Flugroboter ohne Steuerungsbefehle sicher zu fliegen. In etwa 10 Jahren könnte es aber soweit sein, sagen die Braunschweiger Forscher. Dann könnten die von ihnen entwickelte Technik in die Roboter eingebaut werden, die zum Mars geschickt werden, um Wasser zu finden. Und die sind den beiden Testrobotern in der Kieskuhle sehr ähnlich.

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