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EuRathlon 2013: Rettungsroboter trainieren für den Ernstfall

01.10.2013, von , in Karte anzeigen

BR-Reporterin Anne Kleinknecht neben dem FKIE-Roboter

BR-Reporterin Anne Kleinknecht neben dem FKIE-Roboter

Sie sollen einmal Überlebende in einer verrauchten Umgebung finden, gefährliche Chemikalien aufspüren oder mit Hilfe ihrer Sensoren Informationen aus Katastrophengebieten sammeln. Doch wie gut sind intelligente Roboter schon heute für solche Szenarien gerüstet? Diese Frage haben sich die Organisatoren des Roboterwettbewerbs EuRathlon 2013 gestellt. Sie haben vergangene Woche im bayerischen Berchtesgaden möglichst realistische Katastrophensituationen nachgestellt. Eine Gelegenheit für Roboterexperten aus der Industrie, von Universitäten und Forschungsinstituten, ihre mechanischen Helfer vorzustellen und zu testen. Unsere Reporterin Anne Kleinknecht war vor Ort.

FKIE-Roboter

FKIE-Roboter

Sie haben in der vergangenen Woche Gefahren in baufälligen Gebäuden identifiziert, Kanister mit explosiven Substanzen aus dem Weg geräumt und Feuer gelöscht. Roboter werden immer geschickter darin, menschliche Rettungskräfte in brenzligen Situationen zu unterstützen. Auch das Aufspüren und Entschärfen von Kofferbomben ist eine gefährliche Angelegenheit. Für eine Vorführung am letzten Tag des Wettbewerbs haben Sprengstoffexperten der Bundeswehr zwei Attrappen in den Schließfächern des Berchtesgadener Bahnhofs deponiert. Zwei verschiedene Roboter sollten die vermeintlich gefährlichen Gepäckstücke aus dem Weg räumen.

Sensoren zur Robotersteuerung am Körper

Sensoren zur Robotersteuerung am Körper

Dass der Telemax-Roboter der Firma Telerob das Schließfach problemlos geöffnet und die Sporttasche mit dem explosiven Inhalt herausgenommen hat, hat die Roboterexperten in Berchtesgaden nicht sonderlich überrascht. Schließlich arbeiten Rettungskräfte schon seit Jahren mit intelligenten Maschinen, die sich auf Kettenrädern gefährlichen Objekten nähern und sie mit Hilfe ines Greifarms entfernen. Sie bedienen diese Roboter allerdings in der Regel per Joystick.

FKIE-Roboter am Schließfach im Einsatz

FKIE-Roboter am Schließfach im Einsatz

Ganz anders die Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE). Das Team um Jochen Welle arbeitet zwar auch mit einer Roboterplattform auf Kettenrädern und einem sehr gelenkigen Greifarm der gleichen Herstellerfirma, die Forscher haben aber eine neue Methode entwickelt, um den sogenannten Manipulator, also den Roboterarm, zu steuern: Sie nutzen Inertialsensoren, die sie an einer Jacke und an einem Handschuh befestigt haben. Diese Sensoren geben die Bewegungen des Jackenträgers eins zu eins und in Echtzeit an den Roboterarm weiter. Eine Methode, die es den Rettungskräften auch ohne längeres Training erlauben soll, den Arm zu bedienen. Drei Kameras auf der Roboterplattform und auf dem Manipulator erlauben es den Helfern, genau zu beobachten, was der Roboter gerade macht.

Beim Testlauf in Berchtesgaden hat sich allerdings gezeigt, dass die Steuerung per Sensorjacke ihre Tücken hat. Jochen Welle benötigt mehrere Anläufe bis der Manipulator die Bewegungen ausführt, die er mit seinem eigenen Arm vorgibt. Schließlich schafft er es aber, die Schließfachtür zu öffnen und den Koffer herauszuziehen. Aufatmen! Doch die Erleichterung dauert nicht lange an: Der Koffer entgleitet dem Roboterarm und fällt auf den Boden. Hören Sie selbst, ob das Team vom FKIE verhindern kann, dass die Attrappe explodiert.

Link zum EuRathlon-Wettbewerb 2013:

www.eurathlon2013.eu

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