. .

Ein Projekt von: BR | NDR | SWR | WDR

Die Rückkehr der Elche

24.09.2013, von , in Karte anzeigen

Elch in Brandenburg (Foto: dpa)

Elch in Brandenburg

Deutschland ist Elch-Einwanderungsland. Immer häufiger werden auch hierzulande die Kolosse mit den langen Beinen und dem majestätischen Geweih gesichtet. Sie suchen nach neuen Revieren und Partnern. Unsere Reporterin Anne Demmer hat sich in Brandenburg auf die Spuren des Elchs begeben, denn da findet der Großhirsch günstige Bedingungen vor.

Helmut Brücher folgt den Spuren der Elche (Foto: WDR)

Helmut Brücher folgt den Spuren der Elche

In Brandenburg ist der Riesenhirsch keine Seltenheit mehr: Helmut Brücher ist Artenschutzexperte beim NABU und beobachtet diese Entwicklung. Viele von den Elchen folgen uralten Spuren nach Brandenburg. Genau genommen ist  der „König der Wälder“ ein Heimkehrer. Bis ins späte Mittelalter war er in ganz Deutschland zu finden und wurde auch gejagt. Doch mit der zunehmenden Besiedlung durch den Menschen und dem Rückgang der Auwälder, die es hier früher gab, wurde er zurückgedrängt und starb aus.

Die Elche wandern von Polen aus ein. Die Oder ist kein Hindernis für das Tier mit den langen Beinen. Sie sind gute Schwimmer. Und im Winter laufen sie einfach über das Eis. Sie sind auf der Suche nach neuen Revieren. Vor allem in den Landkreisen Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Barnim oder auch in der Uckermark tauchen sie auf. Wie viele Elche sich in Brandenburg tatsächlich herumtreiben, das weiß niemand so genau. In den letzten Jahren wurden über 40 Elche gesichtet. Vier bis fünf Tiere verweilen derzeit länger in der Region.

Falsche Fährte, nur die Abdrücke eines Rothirschs (Foto: WDR)

Falsche Fährte, nur die Abdrücke eines Rothirschs

Helmut Brücher begibt sich regelmäßig auf Spurensuche, folgt den Fährten des „Königs der Wälder“. Doch der Artenschutzexperte findet an diesem Tag nur die Abdrücke eines Rothirschs im Boden, die eines Elches sind dreimal größer. Der Koloss bringt bis zu 800 Kilo auf die Wage und hat entsprechend Appetit. Der Großhirsch ist Vegetarier und ernährt sich von Blättern, Trieben und Zweigen, die er von Bäumen pflückt.

Elche sind Vegetarier, und lieben diese Blätter. Dieser Baum blieb unversehrt. (Foto:WDR)

Elche sind Vegetarier, und lieben diese Blätter. Dieser Baum blieb unversehrt.

Fehlen die Blätter in relativ großer Höhe, an die ein normaler Hirsch gar nicht herankommen würde, ist das schon ein Indiz, dass hier ein Elch am Werk war. Doch auch hier Fehlanzeige, kein angeknabbertes Blatt ist zu sehen. Weit und breit auch kein Mensch, der Hinweise geben könnte, wo er einen Elch gesehen hat. Aber es gibt ihn, irgendwo in den Weiten Brandenburgs.

Dass der Elch sich in ganz Deutschlandweit ausbreitet, daran zweifelt der NABU-Experte Helmut Brücher, denn nicht überall gibt es unzerschnittene Waldgebiete  in Gewässernähe wie etwa in Brandenburg oder auch Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, wo sie zu finden sind. Auch wenn in Brandenburg noch lange keine schwedischen Verhältnisse herrschen, hat das Brandenburgische Landwirtschaftsministerium einen Elch-Management-Plan aufgelegt. Vor allem zwei Themengebiete stehen im Fokus: Die Verkehrssicherheit sowie landwirtschaftliche und forstliche Schäden, die das Tier verursacht.

 

Mehr zum Thema:

Der Elch-Management-Plan des Brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums zum Herunterladen (PDF)

Share

Schreibe einen Kommentar

*

Kartendarstellung

Karte
 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2019