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Ein Leben retten – Bundesweite „Woche der Wiederbelebung“

17.09.2013, von , in Karte anzeigen

Übungspuppe

Die Übungspuppe wartet auf die „Wiederbelebung“

Hirnzellen überleben einen Sauerstoffmangel in der Regel nur fünf Minuten lang. Normalerweise vergehen hierzulande aber rund sieben Minuten, bis bei einem  Herzstillstand mit  Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird. Der Grund: In Deutschland schreitet nur etwa ein Fünftel der Menschen zur Tat, wenn es drauf ankommt. In Schweden und Niederlande sind es mehr als die Hälfte. Intensivmediziner beklagen das seit langem – und haben jetzt gehandelt. Das Projekt „Ein Leben retten“ wurde unter anderem von den Anästhesisten des Münchner Klinikums rechts der Isar mit entwickelt. Das Ziel ist: Möglichst vielen Menschen beizubringen, wie man Leben rettet.

Professor Eberhard Kochs

Professor Eberhard Kochs

In einem Modellprojekt im Rahmen der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ kooperiert Professor Eberhard Kochs mit dem Gymnasium Max-Josef-Stift. In einer Aktionswoche sollen Schüler und Lehrer fit gemacht werden, in Notfallsituationen einzugreifen. Bevor im Laufe der Woche alle Schülerinnen die wichtigsten Handgriffe lernen sind am ersten Tag die Lehrkräfte dran.

 

Falsch ist es, nichts zu tun

In einem Simulationsraum des Klinikums liegen menschengroße Puppen, an denen man Herzdruckmassage, die wichtigste Wiederbelebungsmaßnahme, üben kann. Nach den Erläuterungen des Ärzteteams haben die Lehrer und Lehrerinnen viele Fragen. Die größte Sorge ist, dass man etwas falsch machen könnte. „Bei einem Herzstillstand können Sie nichts falsch machen!“ entgegnet Eberhard Kochs. „Falsch ist nur, nichts zu tun.“ Vor allem gilt es die Blutzirkulation bis zum Eintreffen der Rettungskräfte in Gang zu halten, damit das Gehirn weiter mit Sauerstoff versorgt wird – mit der Herzdruckmassage.

 

Zupacken, wenn es darauf ankommt

Lehrerinnen proben für den Ernstfall

Lehrerinnen proben für den Ernstfall

Im Simulationsraum wird dann eine solche Situation mehrfach durchgespielt. Die erste Erkenntnis der Lehrerinnen: Es ist ganz schön anstrengend in einer Frequenz von 100 mal pro Minute den Brustkorb der Puppe zu drücken – und das mehrere Minuten lang, bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Doch das Modellprojekt wird auch für die Mediziner neue Erkenntnisse bringen. In einer Studie soll herausgefunden werden, wie viel des Gelernten die Schülerinnen nach einer Weile noch parat haben. Daraus lassen sich dann Schlüsse ziehen, wie die Lernmethoden verbessert werden können. Damit auch in Deutschland deutlich mehr Menschen zupacken, wenn es drauf ankommt.

 

Mehr zum Thema:
„Ein Leben Retten“ – Informationen zur Aktionswoche im Internet

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